Seit 10 Jahren süchtig – bald OP

Nasenspray-Sucht Info Foren Ich will raus aus der Nasenspray-Sucht Seit 10 Jahren süchtig – bald OP

Dieses Thema enthält 32 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Suechtling vor 1 Monat.

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  • #31239 Antwort

    Suechtling

    Hallo!

    Kurz zu mir: Bin 28, komme aus dem Norden Bayerns und beende gerade mein Zweitstudium (Betriebswirtschaftslehre, davor habe ich bereits Molekularbiologie studiert).

    Ich bin seit ca. 10 Jahren abhängig nach Xylo – durchgehend, bis auf mal ein paar Monate (etwa 3 oder 4 am Stück), in denen ich zwar vom Spray irgendwie losgekommen bin, aber trotzdem ein Nasenloch meist verstopft war.

    Ich habe bereits vieles probiert. Angefangen von den ganzen „wirkstofffreien“ Alternativen (Meerwasser-Nasenspray etc.) über Nasenduschen bis hin zu Cortison-Nasenspray, das ich mir von meinem Vater (Internist) habe verschreiben lassen.

    Wenn ich mal erkältet war, ging es auch manchmal auf die Nebenhöhlen. Ende 2014 fing es aber dann richtig an. Es begann mit einem Post-nasalen Drip, d.h. ich bekam ein Brennen im Rachen, das aber eher ziemlich weit oben angesiedelt war, d.h. mit normalen Lutschpastillen zur Betäubung wurde es nicht besser. Daraus entwickelte sich dann eine Bronchitis und eine richtig dicke Sinusitis. Das war ziemlich blöd, da ich gerade erst 5 Tage vorher in einer Firma angefangen hatte, und nun gleich nach Arbeitsbeginn schon krank war.

    In den folgenden Monaten hatte ich dann alle 1 bis 2 Monate eine Sinusitis und auch immer diesen post-nasalen Drip, der meistens vorausging. Im Sommer 2015 hat es mir dann gereicht und ich bin zu einem HNO. Er gab eine klar Empfehlung zur OP.

    Im Mörz ist es nun soweit. Einerseits wird die Nasenscheidewand begradigt, andererseits werden die Nasenmuscheln verkleinert und ein paar Polypen entfernt. Das Ganze läuft voraussichtlich ohne Tamponaden ab. Der Arzt nutzt zusätzlich auch ein „Navigationssystem“, um die Komplikationsgefahr zu verringern.
    Es ist dementsprechend auch teurer als eine konventionelle OP und keine Kassenleistung.

    Obwohl ich einerseits ziemlich Bammel habe (ich war noch nie stationär im Krankenhaus und hatte auch noch nie eine Vollnarkose), freue ich mich andererseits in gewissem Maße, da ich die Hoffnung habe, dass anschließend alles besser ist und ich 1. endlich wieder frei atmen kann und 2. die chronische Sinusitis endlich weg ist (bzw. keine Schübe mehr kommen). 🙂

  • #31246 Antwort

    Eddy

    Hallo ‚Süchtling‘,

    vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich finde es sehr mutig von Dir, a) diesen Schritt (die OP) zu gehen und b) Dich hier mitzuteilen. Für b) an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön!

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Du uns nach der OP wissen lässt, wie alles gelaufen ist. Denn es gibt sicher einige hier, die sich bislang noch nicht trauen, diesen Weg zu gehen. Für manche ist schon der Weg zum HNO noch zu weit… Du könntest diesen Menschen mit Deinem Bericht Mut machen.

    Natürlich wünsche ich Dir für den bevor stehenden Termin alles, alles Gute und maximalen Erfolg! Vor der Vollnarkose brauchst Du keinen Bammel haben. Ich hatte meine erste auch erst vor ein paar Monaten – und das war komplett problemlos, auch hinterher. Da ist die Medizin heute echt top.

    Also: toi-toi-toi, und lass bitte wieder von Dir hören.

    LG
    Eddy

  • #31463 Antwort

    Suechtling

    So, am Dienstag ist nun die OP. Laut HNO muss ich voraussichtlich 2 Nächte in der Klinik bleiben, ganz also (hoffentlich) am Donnerstag wieder nach Hause. Ich habe mir ein Einzelzimmer reservieren lassen, aber weiß nicht, ob es klappt. Wenn zu viele Patienten dort sind, müssen sie die Zimmer nämlich voll belegen.

    Das Ganze ist nicht ganz billig, alleine die reine OP-Leistung des HNO kostet 3250 EUR.
    Dazu kommen dann noch die Rechnung für den Anästhesisten (das macht der Chefarzt der Klinik und der rechnet auch privat ab) und dann natürlich noch die Kosten für den Krankenhausaufenthalt. Zum Schluss noch die ganzen Kosten für die Nachsorge bzw. die ambulanten HNO-Termine. Aber ich hoffe, meine PKV übernimmt alles.

    Dafür ist der HNO aber wohl recht renommiert und operiert tamponadenfrei und mittels „Navigationssystem“, Radiofrequenztherapie etc. Alles Leistungen, die eine GKV nicht übernehmen würde.

  • #31541 Antwort

    Eddy

    ….sooooo, es ist Donnerstag. Ich hoffe, es ist alles prima verlaufen und Du bist inzwischen wieder zu Hause. Erhol Dich gut von der OP und ich hoffe, dass Du uns demnächst von einem positiven Ergebnis berichten kannst.

    VG
    Eddy

  • #31543 Antwort

    Suechtling

    So, also ich bin nun seit heute Morgen zu Hause. Die OP war nun vor ca. 55 Stunden.

    Vorweg: Die Narkose etc. waren überhaupt nicht schlimm, das Einleiten des Analgetikums (bevor ich das Propofol bekam) war sogar extrem angenehm, ein richtiger Rausch. 🙂

    Nach dem Aufwachen war ich auch recht schnell fit. ALLERDINGS war meine Nase zu. Trotz tamponadenfreier OP. Wobei – sie war nicht nur „zu“, sondern es war noch so ein Druck drauf, als steckten da zwei Tennisbälle drin. Insofern war die erste Nacht auch recht anstrengend! Es ging GAR keine Luft durch. So muss es sich wohl anfühlen, wenn man Tamponaden drin hat….

    Am nächsten Morgen wurde das erste Mal abgesaugt. Leider war das Gefühl auch danach nicht besser. Immer noch wie zwei Tennisbälle. Ich bat den Arzt dann darum, mit Otriven zu geben. Er meinte, er sei kein Fan davon, weil es nun zusätzlich die Schleimhäute reizt, aber ich bekam es dann schließlich doch.

    Damit wurde die Nase dann zumindest etwas frei (aber bei weitem nicht komplett).

    In der zweiten Nacht (die Nacht auf heute) konnte ich dann zuerst noch halbwegs durch die Nase atmen (durchs Otriven), in der zweiten Hälfte dieser Nacht aber dann war wieder alles zu und ich wachte alle 20 Minuten auf, da mein Mund staubtrocken war.

    Am heutigen Morgen dann tropfte ich nochmal Otriven rein und es wurde anschließend wieder abgesaugt. Das war ein gutes Gefühl – die Nase war relativ frei und es fand sich auch kein Schleim mehr drin. Leider hielt das nur ein paar Minuten, da die Schleimproduktion ziemlich hoch ist und die Nase noch zusätzlich verstopft. Und Schnäuzen darf ich mich noch nicht. 🙁

    Heute Vormittag bin ich dann nach Hause. Seitdem habe ich schon wieder zweimal gesprüht, da die Nase eben extrem geschwollen ist. Man sieht es sogar äußerlich. Allerdings bin ich jetzt auf 0.05% Xylo (für Kinder bis 6 Jahre) umgestiegen.

    Schmerzen hatte und habe ich fast keine, bis auf ab und an etwas Druck im Kopf und ein leichtes Spannen/Ziepen an der Scheidewand durch die eingenähten Silikonplättchen (v.a. beim Lachen etc.).

    Ich muss nun täglich zum Absaugen, auch am Wochenende. Am Montag kommen die Plättchen raus. Schnäuzen und Nasenduschen darf ich auch ab nächster Woche wieder.

    Ich bin halt etwas irritiert, da ich davon ausging, dass bei tamponadenfreier OP ein sofortiges Atmen durch die Nase möglich sei. Aber das komplette Gegenteil war ja der Fall. 🙁
    Zudem bin ich mir unsicher, weil mein Arzt meint, dass ich eher auf das abschwellende Nasenspray verzichten sollte, aber ohne halte ich es nicht aus. Und: Andere Ärzte verschreiben postoperativ ja sogar bewusst das Einträufeln von Xylo – zumindest für eine Woche, bis die durch die OP bedingten Schwellungen nachlassen. Die Benutzerin „Angie“, die ihren Bericht hier 2014 abgefasst hat, hatte ja nach ihrer OP auch abschwellendes Spray nutzen sollen.

    Aber jeder Arzt scheint hier eben eine andere Vorgehensweise zu haben. Manche verbieten ja auch das Duschen und Haarewaschen für 5 Tage, ich hingegen habe heute beides schon wieder gemacht (hätte ich schon gestern, also nur einen Tag nach der OP, wieder gedurft, aber da habe ich mich noch nicht getraut).

    Geblutet hat es bisher nicht bzw. kaum. In den Stunden direkt nach der OP am Dienstag gab schleimiges Sekret mit leichten Blutspuren raus, aber das ließ dann schon gestern, also am Mittwoch, nach. Nach dem ersten Absaugen hat es ganz leicht geblutet, aber nur ein paar Tropfen und nur ca. 1 bis 2 Minuten. Das heutige Absaugen war blutungsfrei.

    Insgesamt war es ein Wechselbad der Gefühle. Einerseits bin ich froh, es hinter mir zu haben, andererseits irritiert mich eben total, dass alles – trotz tamponadenfreier OP und gewebeschonender Celon-Methode – massiv anschwillt und ich keine Luft durch die Nase bekommen. So schlimm wie bei meiner stärksten Sinusitis nicht. Zudem habe ich seit heute Nachmittag leichten Schwindel. Zudem brennt mein Hals, am Zäpfchen ist nämlich seit der OP eine deutliche, rote und abgegrenzte Läsion – ich vermute, es kam durch den Tubus beim Beatmen.

    Zusammenfassend: Ein Spaziergang war es bisher keineswegs, aber ich hoffe, es bessert sich bald. Vor allem dann, wenn endlich die Plättchen rausgenommen werden und ich mich wieder schnäuzen kann. Durchs „Hochziehen“ bekomme ich den Schleim nämlich leider nicht weg.

    Vielleicht waren aber auch meine Erwartungen zu hoch, die OP ist ja gerade mal vorgestern gewesen. Und da es eine „Komplettsanierung“ war (Scheidewand, Polypen, Nasenmuscheln, Nebenhöhlen), handelt es sich ja auch um keinen kleinen Eingriff.

    ich werde weiter berichten. 🙂

  • #31564 Antwort

    Suechtling

    Kurzes Update:

    Gestern Nacht konnte ich recht gut einschlafen (da ich am Abend nochmal gesprüht hatte mit Xylo). Die zweite Hälfte der Nacht war aber wieder horrormäßig – reines Atmen durch den Mund, Nase komplett dicht.

    Heute Morgen hatte ich dann den ersten ambulanten Absaugtermin. Der HNO dämpfte zuerst eine Mischung aus Analgetikum und Xylo in die Nase, 5 Minuten später saugte er ab. Das Absaugen war zwar wieder recht unangenehm (als käme mein halbes Hirn mit raus), danach aber war es ein absolut tolles Gefühl. Das erste Mal durch die Nase atmen, ohne dass es zu sehr geschwollen wäre oder Schleim drinsteckte. Klar, es war noch Welten entfernt von einer ganz normalen Nasenatmung, aber alleine der Kontrast zu davor war gigantisch. Ich fühlte mich, als könnte ich Bäume ausreißen. 🙂
    Zudem meinte der Arzt, dass es wirklich ungewöhnlich sei, dass es postoperativ noch immer so stark geschwollen ist. Deswegen erlaubte er mir nun offiziell, mit Xylo zu sprühen, wenn es zu stark geschwollen ist. Ich nehme ja eh nur die Kinderdosierung. Seitdem habe ich nun ca. alle 6 Stunden mit 0.05% Xylo je einen Sprühstoß in jedes Nasenloch gegeben.

    Nachdem ich nun morgens beim HNO war, kam 2 Stunden später etwas Schwindel auf. Nachmittags habe ich mich hingelegt. Als ich aufwachte, hatte ich ziemliche Kopfschmerzen. Obwohl ich heute bereits 2 Diclofenac nahm… (davon kann übrigens auch Schwindel her rühren). Im Gegenzug geht aber derzeit zumindest das Atmen durch die Nase halbwegs ausreichend, wenn auch nur aufgrund des Xylos.

    Insgesamt ist es also ein ziemliches Auf und Ab. Heute Morgen nach dem Besuch beim HNO war ich total euphorisch und optimistisch, derzeit (mit den Schmerzen) bin ich wieder deprimiert und habe Angst, dass es nicht besser wird bzw. noch lange so bleibt. 🙁 Allerdings sollte ich ja nicht vergessen, dass die OP gerade 3 Tage her ist. Da dürfte das alles noch normal sein mit den Schmerzen. Krank geschrieben bin ich übrigens noch bis Mitte der übernächsten Woche.

  • #31582 Antwort

    Eddy
    Keymaster

    …boah, was für eine Tortur, die Du da durchmachen musst!! Ich ziehe mal virtuell meinen Hut vor Deinem Mut, Deiner Ausdauer und Deiner Kraft. Und ich kann Dir nur ganz herzlich wünschen, dass sich der positive Effekt der OP nun ganz bald komplett durchsetzt und die Beschwerden ganz verschwinden! Bis dahin bitte nicht lachen! – Sorry, ich hoffe, Du verzeihst mir diesen Kalauer. 😉

    Alles, Alles Gute – und vielen Dank für die ausführliche Berichterstattung! Hammer!

    Schöne Grüße
    Eddy

  • #31638 Antwort

    Suechtling

    So, heute, am 4.4., wurden mir nachmittags die Splints entfernt (bis zum NAchmittag hatte ich je Loch insgesamt 2 mal gesprüht mit 0.05% Xylo). Danach saugte er nochmal ab, dann blutete es etwas (aber nur 1 Minute) – das erste Mal, dass so viel Blut raus kam. Direkt nach der OP hatte es nicht wirklich geblutet und beim ersten Absaugen auch nur wenige Tropfen.

    Gegen Abend wurden die beiden Nasenlächer aber dann wieder bombenzu. Ich habe nun für die Nacht wieder Xylo gesprüht, allerdings wieder nur die Kinderkonzentration (0.05%), die reicht aus. Ist zumindest schonmal ein Fortschritt, aber ich bin echt irgendwie enttäuscht derzeit. Ich wollte doch von der Sucht loskommen und eben gerade NICHT weitersprühen müssen.

    Mein Arzt meinte heute, ich solle erstmal noch nicht Nasenduschen und schnäuzen. Es sei noch sehr geschwollen alles etc. Er meinte dann irgendwas von starkem (präoperativem) Schleimhautüberschuss aufgrund der massiven Verkrümmung der Nase…

    Bin nun die ganze Zeit am Überlegen, ob es bei mir einfach länger dauert mit dem Abschwellen, ob meine Sucht vor der OP einfach zu stark war (da war ich ganz schön stark abhängig, da brauchte ich 1 bis 2 10-ml-Fläschchen 0.1%-Xylo pro Woche. Zu meinen „Hoch“zeiten kam ich mit der Kinderkonzentration und 2 Sprühstößen pro Tag und pro Loch aus), oder ob die OP nicht geklappt hat – beispielsweise ob nicht genug Schleimhaut von den Nasenmuscheln abgetragen wurde. 🙁

    Zudem ist mir tagsüber oft etwas schwindlig, ich habe seit heute nun Schmerzen in der linken Kieferhöhle und riechen tu ich immer noch rein gar nichts. Nur am Samstag hatte ich einen ganz kurzen lichten Moment und nahm das Parfüm wahr, das ich mir aufsprühte. Da hatte ich geduscht und danach wurde die Nase schlagartig etwas freier… war eine ganz merkwürdige Situation. Denn normalerweise hatte ich seit der OP auch dann nichts gerochen, wenn die Nase dank Xylo nahezu komplett frei war. Wahrscheinlich ist noch zu viel Schleim auf meiner Riechschleimhaut.

    Na ja, mal sehen, wie es weitergeht. Am Mittwoch habe ich den nächsten Kontrolltermin.

  • #31639 Antwort

    Suechtling

    „Er meinte dann irgendwas von starkem (präoperativem) Schleimhautüberschuss aufgrund der massiven Verkrümmung der Nase…“

    Statt Nase sollte es natürlich Nasenscheidewand heißen. 😉 Zumindest von außen ist meine Nase zum Glück kerzengerade.

  • #31851 Antwort

    Suechtling

    Kurzes Update:

    Ich war letzten Mittwoch (Tag 8 nach der OP) nochmal beim Arzt. Er saugte dann alles ab, auch das Nasopore-Zeug, das noch in der Nase war. Jedenfalls war er recht böse, dass ich immer noch Xylo nehme. Er meinte, das sei extrem reizend bei meinen Schleimhäuten – dafür solle ich nun mit Nasenspülungen und mit Nasonex anfangen.

    Naja, seit diesem Tag bin ich auf Xylo-Entzug. Ich habe es auch gleich weggeschmissen, um gar nicht erst in Versuchung zu kommen, wieder zu sprühen. Die ersten Tage ohne Xylo waren echt schwer, da ich ja nicht nur die Schwellungen durch die Xylo-Abhängigkeit hatte, sondern auch noch die OP-bedingten.
    Es wurde nur sehr langsam besser. Von einem Tag auf den anderen merkte ich keinen wirklichen Unterschied – eher, wenn ich den aktuellen Zustand jeweils mit dem Zustand vor 3 Tagen oder noch mehr verglich. Bin auch viel spazieren gegangen, da wurde die Nase immer relativ frei.

    Altes, koaguliertes Blut kam zum letzten Mal vorgestern raus. Heute, Tag 16 nach der OP, war ich dann nochmal bei einem Kontrolltermin – der HNO meinte, es sähe wesentlich besser aus als letzte Woche, als es noch ziemlich übel geschwollen war (letzte Woche meinte er übrigens irgendwas in der Art, dass es sehr selten ist, dass es postoperativ so stark und lang geschwollen ist).

    Derzeitiger Stand ist nun: Seit 5 Tagen kann ich endlich wieder riechen (und somit auch richtig schmecken), wenn auch noch nicht komplett wie auf dem präoperativen Niveau. Meine Nase ist nun fast immer zumindest so frei, dass ich komplett durch sie atmen kann (d.h. ohne Mundatmung) – nur morgens (bzw. nach langem Liegen) ist sie oft noch zu. Und auch sonst ist es meist so, dass eines der beiden Löcher dann nur zu 20-40% frei ist, aber dafür das jeweils andere nahezu komplett frei.

    Zudem habe ich teilweise noch Schmerzen (Kopfweh, Nebenhöhlen etc.) und auch etwas Schwank-Schwindel. Bisher gab es leider erst einen Tag, an dem ich komplett ohne Ibuprofen auskam, das war vorgestern. Auch meine Nase fühlt sich noch sehr empfindlich an. Heute bin ich versehentlich mit meiner Hand dran gestoßen, das hat ziemlich geschmerzt (hoffentlich ist nichts kaputt gegangen dabei).

    Der Arzt meinte, auch wenn es wesentlich besser aussieht als letzte Woche, dauert es noch Wochen bis Monate, bis der Endzustand erreicht ist. Meine Schleimhäute waren auch einfach zu angegriffen und gereizt. habe es ja selbst gemerkt – letztes oder vorletztes Jahr reichten noch 10 ml Kinder-Nasenspray (0.05% Xylo) für 2 Wochen, vor der OP war mein Verbrauch bei 10 ml Erwachsenen-Spray alle 5 Tage. Zudem bekam ich da auch häufiger Brennen im Bereich zwischen Nase und Rachen, spontanes Nasenbluten etc. Meine Schleimhäute waren wohl schon ziemlich angegriffen.

    Kurzum: Es geht vorwärts, wenn auch nur langsam. Aber ich bin froh, derzeit kein Xylo mehr zu brauchen.

    Sporteln trau ich mich noch nicht wirklich – ich hoffe, dann so ab nächster, spätestens übernächster Woche.

  • #32434 Antwort

    Suechtling

    So, die OP ist nun 2 Monate her.

    Leider bin ich alles andere als zufrieden.

    Das linke Nasenloch ist immer noch dauerhaft zu – weder die OP noch der dazu begleitende Entzug vom Xylo haben etwas gebracht. Obwohl ich immer noch cortisonhaltiges Nasenspray nehme! Das scheint aber irgendwie gar nicht zu wirken.
    Rechts geht es einigermaßen. Dass das rechte Nasenloch halbwegs frei ist, ist aber auch der einzige Grund, warum ich einigermaßen, aber keineswegs richtig frei, durch die Nase atmen kann, ohne Xylo sprühen zu müssen. Allerdings: So weit war ich VOR der OP bei meinen Entzugsversuchen auch schon.

    Problematisch wird es dann immer, wenn im Rahmen des normalen, physiologischen Zyklus, in dem die Nasenmuscheln an- und abschwellen, das rechte Nasenloch auch noch zuschwillt. Dann geht durch die Nase kaum mehr Luft, und ich muss etwas durch den Mund atmen. Letzte Woche war es so schlimm, dass ich an diesem Tag dann Xylo sprühte.

    Zudem habe ich nun das Problem, dass ich noch deutlich häufiger als vor der OP, nämlich nahezu täglich, postnasalen Drip habe! Schleim läuft hinten den Rachen runter. Ich habe daher dann auch das permanente Gefühl einer leichten Reizung im Hals und das Bedürfnis, mich zu räuspern. Dieses Problem war vor der OP (aber mit Xylo) deutlich geringer… Da waren es vielleicht 1, 2 Tage pro Woche. Nun ist es so, dass es eher 5 bis 6 Tage pro Woche sind!

    Insgesamt bin ich also mehr als angekotzt! Ich habe unzählige Arztbesuche hinter mich gebracht, einen stationären Aufenthalt mit OP unter Vollnarkose, einige echt anstrengende Wochen mit massiven OP-Nachwirkungen, einen ziemlich harten Entzug vom Xylo usw. Und das Ergebnis ist alles andere als zufriedenstellend! Insgesamt hat das Ganze nun über 6.000 EUR gekostet (zum Glück aber von der PKV bezahlt). Dafür, dass es mir nun eher schlechter geht als vorher, ein echt schlechtes Preis-Nutzen-Verhältnis!

    Der HNO hat schon bei meinem letzten Besuch angekündigt, dass er an der linken Seite eventuell nachbessern muss, sprich: Nochmal eine OP. Diesmal ambulant, eine isolierte Verkleinerung der Nasenmuschel. Das will er aber erst 6 Monate nach der ersten OP machen, um zu vermeiden, dass insgesamt zu viel abgetragen wird (weil es evtl. seit der ersten OP eh noch etwas abschwellen würde) und ich ein Empty Nose Syndrome bekomme. Dieser letzte Besuch war übrigens Ende April – er meinte damals, dass ich erst in 2 bis 3 Monaten wieder vorbei schauen soll.

  • #32506 Antwort

    yvonnepink,

    Ojeeeeeeeeeeeeeeeeeee,
    ich hab nur kurz reingelesen in Deine Beiträge und mir ist sofort eins ins Auge gefallen, Du hast leider einen nicht so guten Weg gewählt. Ich hatte zum Glück eine ordentlich und sehr kompetente HNO Ärztin, sie sagte mir sofort als ich den Schein fürs KKH bekam, und lassen Sie das Nasenspray zu Hause…….
    Warum?
    Weil es dazu führen kann das es event.extrem nachbluten kann UND die ganze OP zunichte machen kann. Auch sollte man die Merkblätter die man vor der OP als Aufklärung bekommt sehr genau lesen, und sich wirklich auch daran halten.
    Es tut mir wirklich leid für Dich das Du solch schlechte erfahrung gemacht hast, aber ich bin auch ehrlich, Du selbst hast hier einen großßen Anteil mit dran das es nun so schlecht ausgegangen ist. Ich wünsche Dir von Herzen das Du und Dein Arzt das hinbekommen, damit es Dir wieder besser geht.
    Und nochmal von mir ich würd es immer wieder so machhen, und wer nun vielleicht noch vor der OP steht, habt keine Angst es gibt einige wichtige Dinge die man unbedingt beachten sollte:
    1. die Aufklärungsblätter genau lesen
    2. Lasst die Tropfen zu Hause
    3. ich würds niemals ambulant machen sondern ins KKH die 3-4 Tage
    4. ein paar std vor der OP nicht sprühen denn das trägt dazu bei das die Schleimhäute abschwellen und das OP Team kann das beste Ergebnis erziehlen wenn die Schleimhäute voll angeschwollen sind, und dann wissen sie wieviel gemacht werden muß
    5. nicht mehr sprühen lasst die tropfen ganz zu hause oder besser sofort wegwerfen
    6. Brillenträger die Brille nur wenn nötig aufsetzen und ganz locker, auch das kann das ergebnis verfälschen weil ja event.einige frakturen sind die dann wieder nicht gerade zusammen wachsen
    7. Ihr müßt Euch bewußt sein, das das vollständige Ergebnis erst richtig zu merken ist nach !/2 bis 3/4Jahr.

    Wer nach der Op gleich weiter sprüht sorry der ist selbst Schuld wenn das Ganze daneben geht, hier sind nicht die Ärzte die schuldigen sondern jeder selbst.

  • #32562 Antwort

    Suechtling

    Hallo yvonnepink,

    danke für deine Antwort.

    Leider muss ich da etwas richtigstellen. Die Schuld ist nicht bei mir zu suchen. Vor der OP habe ich KEIN Xylometazolin gesprüht (ich bin also in „geschwollenem“ Zustand in den OP), wobei das sowieso keine Rolle spielt, denn bei der Conchotomie wird präoeprativ sowieso Abschwellendes in die Nase eingebracht. Dadurch sieht man dann nämlich auch, wie hyperplastisch bzw. hypertroph das Gewebe im Vergleich zum ungeschwollenen Normzustand ist – und wie viel abzutragen ist.

    Zudem war ja bereits unmittelbar nach der OP die Nase (bzw. die Nasenmuscheln) extrem geschwollen, so dass selbst der HNO meinte, es sei außergewöhnlich. Das Xylo habe ich erst anschließend wieder für ein paar Tage gesprüht – das ist keinesfalls kontraproduktiv, denn einige Ärzte raten explizit dazu, die postoperativen Schwellungen dazu zu lindern. Selbst die Hersteller der RF-Systeme erwähnen dies in ihren Leitfäden. Beispiel:

    „In den ersten postoperativen Tagen kann sich die Nasenatmungsbehinderung durch die einsetzende Schwellung zunächst verstärken, hier bei Bedarf für einige Tage ein abschwellendes Nasenspray (z. B. Xylometazolin) anwenden.“

    http://www.sutter-med.de/mediathek/op-ltf/sutter-op-leitfaden-nasenmuschel/at_download/file

    Das Xylo habe ich ja dann nach einigen Tagen auch wieder direkt abgesetzt und trotz begleitender Maßnahmen (Nasenspülungen, Nasenöl bzw. Ölsalbe, Kortikosteroid-Sprays) keine wirkliche Besserung festgestellt. Klar, die durch die OP bzw. den Eingriff bedingten Schwellungen klangen ab – aber die grundsätzlich vorhandene Hyperplasie der Nasenmuscheln (deretwegen ich mich ja unters Messer legte) hat sich gefühlt NICHT verringert.

    Fakt ist nun einfach mal, dass die Radiofrequenztherapie Erfolgsquoten (je nach Literaturangabe) von „nur“ bis zu 90% hat. Vielleicht habe ich einfach das Pech, zu den 10% zu gehören. Dementsprechend kritisch sehe ich nun auch den Vorschlag des HNO, nach einigen Monaten genau dasselbe Spielchen nochmal zu wiederholen (allerdings dann ambulant, da ja die begleitenden Eingriffe wie etwa die Septumplastik diesmal wegfallen). Vielleicht wäre es besser, gleich „drastischer“ an die Sache zu gehen, vll. auch inklusive der chirurgischen Abtragung des zugrundeliegenden knöchernen Anteils der unteren Nasenmuscheln.

    Derzeit geht es mir übrigens auch ganz gut – allerdings nur, weil ich das Sprühen wieder angefangen habe. Pro Tag sprühe ich nun 1 bis 3 mal (je 1 Stoß), allerdings in der Kinderkonzentration (0.05% Xylo). Dadurch ist der postnasale Drip deutlich besser geworden, auch die Beschwerden mit dem Hals sind abgeklungen. Ich weiß, dass es eigentlich absurd ist – denn genau um davon wegzukommen, habe ich mich ja operieren lassen. Allerdings ist es mir derzeit mit dem Sprühen deutlich lieber als mit den ganzen Problemen der letzten Wochen aufgrund der leider wirkungslosen OP.

  • #32576 Antwort

    JuliaS

    Hallo Süchtling, erst mal danke für die fortlaufenden ausführlichen Berichte! Und es ist schade bei deiner Leidensgeschichte, dass es so gut wie nichts gebracht hat, wobei sprühst du jetzt nicht wenigstens weniger? Weshalb welcher Probleme wolltest du ursprünglich von deiner Nasenspraysucht weg?
    Mein Problem ist, dass „nur“ abends meine Nasenmuscheln anschwellen und ich ohne Spray nicht schlafen kann, habe aber jetzt seit 3 Monaten sowas wie Sekret hinten in der Nase, was ich nur durch „hochziehen“ wegbekomme, echter post nasal drip ist es glaub ich nicht, aber trotzdem sehr nervig! Hattest du sowas auch? Und weiterhin gute Besserung!

  • #32684 Antwort

    Suechtling

    Hallo JuliaS,

    ja, anfangs habe ich weniger gesprüht, aber jetzt gibt es Tage, da muss ich wieder öfter sprühen, an manchen gar nicht oder zumindest nur in ein Loch. Allerdings immer noch das Kindernasenspray.

    Aber es ist zum Kotzen. Jetzt bin ich nicht nur wieder rückfällig (wenn auch nicht so extrem wie vorher), sondern habe auch noch deutlich öfter diesen postnasalen Drip, der echt widerlich ist. Dauernd läuft es den Rachen runter, ich muss mich räuspern. Nicht einmal Kortison-Nasensprays haben was gebracht.
    Einen schweren Infekt (Nebenhöhlen) hatte ich seit der OP aber nicht mehr. Vielleicht hat sie zumindest in dieser Hinsicht etwas gebracht…

    Hauptgrund für die OP war, dass ich immer öfter Infekte bzw. Nebenhöhlenentzündungen bekam seit 2014. In den Jahren davor war ich „nur“ süchtig, hatte aber keine weiteren Probleme.

    Ich habe nun auch schon einen Termin für die Nachfolge-OP, diesmal eben eine ambulante, isolierte Radiofrequenztherapie der Nasenmuscheln. Aber ich befürchte, dass es wieder nichts bringen wird. Vielleicht sollte ich mir mal eine Zweit-Meinung bei einem anderen Arzt einholen…

    🙁

  • #32691 Antwort

    yvonnepink

    Hallo Suechtling,
    das tut mir wirklich leid für Dich, vielleicht hat Dein Arzt einfach auch die falsche OP gewählt. Ich wünsch Dir das es doch noch besser wird, eigentlich rate ich meist dann doch mal eine HNO- Klinik aufzusuchen und dort mal anzufragen was hier in Deinem speziellen Fall noch gemacht werden könnte. Ich wünsch Dir ganz viel Glück und drücke Dir alle daumen das Du bald wieder Ohne Spay frei durchatmen kannst.

    GLG

  • #32715 Antwort

    Suechtling

    Ich habe nun einen Termin Ende September (exakt ein halbes Jahr nach der ersten OP) für eine nochmalige Nasenmuschelverkleinerung mittels Radiofrequenzmethode. Diesmal ambulant und unter örtlicher Betäubung, da ja der Rest, der beim ersten Mal mit gemacht wurde (Nasenscheidewand, Nebenhöhlen) wegfällt.

    Der postnasale Drip ist immer noch da und er wird auch nicht weniger. Heute ist es besonders schlimm, da es mal wieder bis fast in die Bronchien gezogen ist und ich dementsprechend den ganzen Tag ein Kratzgefühl habe und dauernd husten und mich räuspern muss. 🙁

  • #32908 Antwort

    Suechtling

    In wenigen Tagen ist es soweit, meine Nasenmuscheln sollen nochmals verkleinert werden. Ich bezweifel allerdings, dass es diesmal helfen wird, nachdem es ja bei der ersten OP gar nichts brachte.

    Im Gegenteil, es wird seit der OP immer schlimmer. Abgesehen davon, dass meine Nase genauso zu ist wie vorher, habe ich mittlerweile nun nahezu täglich postnasalen Drip (d.h. der Schleim läuft nicht mehr nach vorne aus der Nase, sondern in den Rachen). Deshalb habe ich nun schon nahezu chronischen Husten und hatte im August/September zweimal innerhalb von 5 Wochen eine Bronchitis.

    Durch die OP kam ich also fast schon vom Regen in die Traufe.

    Unfassbar für eine OP, die laut Arzt keine große Sache sei, kaum postoperative Beschwerden verursachen würde und alles in Ordnung bringen sollte.

  • #32999 Antwort

    Suechtling

    So. Die OP wurde verschoben (auch toll, man rief mich 3 Stunden vor dem OP-Termin an! Grund: Ein Gerät sei noch in der Wartung) und schließlich erst eine Woche später durchgeführt. Sie ist nun 10 Tage her.

    Ergebnis: Es hat sich nichts verbessert. Nochmal: NICHTS. Nicht im geringsten.

    Der Arzt ist auch mit seinem Latein am Ende und klammert sich an irgendwelche Mutmaßungen, z.B. Allergien. Dabei haben weder die Einnahme von Loratadin, Cetirizin und anderen Histaminika noch das monatelange Sprayen von verschiedenen kortikosteroidhaltigen Nasensprays etwas gebracht.

  • #33027 Antwort

    Eddy

    Oh mein Gott, wie schrecklich! 🙁

    Du hast ja schon vor dem OP-Termin Deine Zweifel gehabt – aber ehrlich gesagt habe ich gehofft, dass Du damit falsch liegen würdest. Dass es nun tatsächlich nichts gebracht haben soll, ist natürlicheine Voll-Katastrophe!

    Frage: hat das der gleiche Arzt angeordnet und durchgeführt, wie schon die erste OP? Falls dem so ist, MUSST Du unbedingt jetzt noch zu einem anderen HNO gehen und den Fall schildern!!

  • #33133 Antwort

    Suechtling

    Mal wieder ein kurzes Update:

    Mein HNO meinte bei meinem letzten Besuch, man könne noch den Knochen unterhalb der unteren Nasenmuscheln bearbeiten (den Winkel ändern), so dass die Nasenmuschel etwas verlagert wird. Die Schleimhaut darüber will er aber unangetastet lassen.

    Gestern fuhr ich in die nächstgelegene Uniklinik, etwa 100 km von mir entfernt, in die Privatambulanz der HNO-Klinik. Ich hatte einen Termin direkt beim Direktor der HNO-Klinik, der gleichzeitig auch ärztlicher Direktor des gesamten Uniklikums ist. Er schlägt vor, etwas von der Schleimhaut an den Nasenmuscheln wegzunehmen – wovon mein niedergelassener HNO ja abrät, weil er befürchtet, es könne ein Empty Nose Syndrome entstehen. Laut dem Professor gestern bin ich von einem ENS aber weit entfernt. Bezüglich des postnasalen Drips konnte er mir nicht viele Hoffnungen machen. Er meinte, sowas kann sich z.B. nach einer OP entwickeln, aber man könne nicht viel machen. Standardmaßnahmen seien Nasonex und Co., aber das habe ich ja alles durch. Er meinte, entweder es geht halt irgendwann weg oder nicht, die Chancen stünden 50:50.

    Klasse, jetzt habe ich zwei sehr renommierte Ärzte aufgesucht und zwei verschiedene Meinungen. Es läuft wohl alles auf eine dritte OP hinaus, die Frage ist eben nur, nach welcher Methode. Schleimhaut wegnehmen? Nur den Knochen bearbeiten? Etwas vom Knochen wegnehmen? Sachen wie Coblation (also Radiofrequenztherapie) scheiden aus, das hat schließlich schon zweimal nichts gebracht.

    Mein Vater, der ja selbst Arzt ist, meinte, ich solle eventuell eine Drittmeinung einholen. Das werde ich auch tun und mir im zweitnächst-gelegegen Uniklinikum einen Termin geben lassen.

    Heute habe ich übrigens festgestellt, dass mein postnasaler Drip offenbar nicht primär von den Nebenhöhlen kommt. Ich hatte mir heute Bepanthen in die Nase geschmiert mit dem Finger (sehr weit kommt man da ja nicht), da sie sich innen etwas wund anfühlte. Nach einer Stunde stellte ich dann Folgendes fest:

    Die Salbe, die ich VORNE in die Nase eingebracht habe, wurde also irgendwie nach hinten abtransportiert. Das erklärt auch, dass mir seit der ersten OP zwar kaum mehr Rotze aus der Nase, dafür aber alles in den Rachen läuft.

    Es ist zum Kotzen!

  • #33137 Antwort

    Eddy

    …ohje, ohje, ohje… 🙁

    Das ist ja wirklich eine Odyssee, die Du durchmachen musst. Was für ein Schlamassel! Hab ich so auch noch nicht hier gelesen. Aber es gibt bekanntlich nicht, was es nicht gibt… Ach Quatsch – Schluss mit dem Gefasel: ich bin ganz bei Deinem Vater: in diesem Fall solltest Du tatsächlich noch eine dritte Meinung einholen. Denn danach kannst Du zumindest eine Entscheidung für die eine oder andere Methode treffen, da es ja in den Meinungen nicht 50:50 bleibt.

    Die Daumen bleiben für Dich gedrückt!

  • #33140 Antwort

    Suechtling

    Ja, eine Drittmeinung ist angesichts der beiden abweichenden Erst- und Zweitmeinungen sicher nicht verkehrt. Selbst wenn es die PKV nicht zahlen sollte. Sooo viel wird es ja nicht kosten, CT-Aufnahmen etc. habe ich ja alles schon und kann sie mitbringen (so habe ich es bei der Zweitmeinung vorgestern auch gemacht). Insofern fallen da auch keine extrem teuren Untersuchungen mehr an.

    Werde mich melden, wenn es wieder etwas Neues gibt. Das kann allerdings evtl. erst im Januar sein, je nachdem, wann ich den Termin bei der zweiten Uniklinik bekomme. Und bevor ich den ausmache, möchte ich zuerst den Befundbericht von vorgestern erhalten haben. 🙂

  • #33303 Antwort

    Suechtling

    So, eine Drittmeinung habe ich mir bei einem niedergelassenen Professor in Nürnberg geholt. Er war irgendwo zwischen der Erst- und Zweitmeinung (ein bisschen was muss noch weg von den Nasenmuscheln, aber nicht zu viel, sonst bekomme ich ein Empty Nose Syndrome), brachte gleichzeitig aber noch eine dritte Option mit ein: Meine Nasenspitze sei abgesenkt, das Septum vorne gerüstfrei (deswegen fühlt es sich seit der 1. OP auch vorne ein bisschen an wie Wackelpudding, wenn man die Nasenspitze anfasst). Na klasse! Er operiert aber nicht mehr selbst und verwies mich an einen Professor an der LMU, der der süddeutsche Experten für Nasen sei.

    Also, auf geht’s zum Einholen einer Viertmeinung. Der ist leider erst Ende Februar, eher habe ich – obwohl Privatpatient – nichts Freies bekommen.

    Ich kann gar nicht mehr so viel essen, wie ich kotzen möchte.

  • #33976 Antwort

    Mario

    Hallo Suechtling,
    Ich habe auch vor 3 Wochen meine Nasenmuscheln verkleinern lassen. Ich war da beim HNO Zentrum in Regensburg.
    Ich habe ähnlich gelitten wie Du bzw. es ist jetzt nach 3 Wochen zwar besser als zuvor, aber lange noch nicht so, wie ich es erhofft habe. Auch sprühe ich auch Xylo, aber nur abends, dass ich schlafen kann. Tagsüber brauche ich nicht sprühen, da bin ich viel an der frischen Luft.
    Mein Arzt, der mich mit Laser operiert hat, ist aber sehr zufrieden und sagt, es wird alles noch viel besser. Ich muss aber auch sagen, dieser Arzt ist spitze, meiner Meinung gibt es keinen besseren. Auch Sonntag ist er privat per Handy erreichbar, wenn es Probleme gibt.
    Im großen und ganzen verheilt alles gut, die OP ist morgen genau 3 Wochen her und ich freue mich auf das Endergebnis, wenn alles verheilt ist und die Schwellungen weg sind.

  • #34072 Antwort

    Suechtling

    Hallo Mario,

    danke für deinen Beitrag! Wie geht es dir mittlerweile? Ist es schon besser?

    In knapp 2 Wochen habe ich meinen Termin in München zur Viertmeinung, bin schon gespannt, was das wird…

  • #34127 Antwort

    Mario

    Hallo Suechtling,
    bei mir ist es ein Auf und Ab. Mal geht es mir echt gut, dann wieder absolut nicht. Mittlerweile bin ich mir sicher, dass meine Panikattacken wegen der blöden Krusten kommen, die dann nach und nach meine Nase verstopfen. Dann gehe ich zum HNO, lasse die Krusten entfernen, dann ist wieder einigermaßen Ruhe. Manchmal ist dann vor allem morgens meine Nase ganz frei, dann wiederum gibt es Tage bzw. Nächte, da kann ich schlecht schlafen, weil mich diese blöden Krusten wieder ärgern.
    Ich kann aber mit Sicherheit sagen, dass es jetzt 4 Wochen nach de OP deutlich besser ist als vorher, auch wenn die Schwellungen noch nicht ganz weg sind. Am Donnerstag, ist dann genau 5 Wochen nach de OP, habe ich wieder einen Termin bei meinem OP Arzt in Regensburg. Er entfernt dann wieder alles an Krusten, was zu finden ist, dann hoffe ich, ich komme gut über das Wochenende.
    Ich hoffe ja, dass bei dir auch alles gut wird. Ich würde mich echt freuen, wieder was von dir zu hören.
    LG Mario

  • #34166 Antwort

    Maria1990

    Hallo ihr beiden, Süchtling und Mario
    Oh man ich kann das so gut nachvollziehen. Ich kämpfe jetzt auch schon seit nem halben Jahr fast duchgängig mit sämtlichen Entzugsversuchen. So ätzend. Hab nun nen Monat die Einlochmethode gemacht. Jetzt versuche ich das linke Nasenloch nur noch vor dem Schlafen mit Kindernasenspray zu sprühen. Normal werden die Menschen wach durch die verstopfte Nase. Ich werde ohne Nasenspray von nem Puls von 160-180 wach,2 mal schon den Krankenwagen gerufen.Alles durchchecken lassen im KH.Herz sei gesund.Wahrscheinlich dann Sauerstoffmangel.

    Tut mir unglaublich leid Süchtling dass das mit der Nase so schlimm ist bei dir.Ich bin ja schon völlig verzweifelt und kann das echt mehr als gut nachvollziehen.

    Ebenso Mario. Ich leide auch an Panikattacken seit ich diese Nasengeschichte habe und den ganzen Tag dieser scheiß Kampf mit der Atmung,als durch den Mund atmen. Es kotzt mich so dermaßen an. Bin inzwischen richtig wütend dass viele nach paar Tagen oder ner Woche vom Nasenspray weg sind und ich kämpfe seit Monaten ohne Luft und mit Panikattacken.Ätzend echt. Naja ich hoffe dass es bald besser geht. Immerhin sind wir nicht alleine =)

  • #34175 Antwort

    Mario

    Hallo Maria,
    Bei mir ist es weiterhin ein Auf und Ab. Ich denke schon, dass es wieder leichte Verbesserungen gab. Gestern und heute geht es mir relativ gut. Ich muss aber auch zugeben, ich nutze auch jetzt noch Nasenspray. Ohne würde ich psychisch noch nicht mitmachen. Auch soll ich wenn nötig abends vor dem Schlafen gehen Nasenspray verwenden, dass ich schlafen kann. Tagsüber nutze ich nur das Sesamöl, dass sich die Krusten weiter lösen.
    Ich kenne das genau Maria, aufzuwachen mit Mega Puls, mit Panik, weil die Nase verstopft ist. Ich bin deshalb froh, dass ich mich zu dieser Laser-OP entschieden habe. Jetzt ist es definitiv besser als vor der OP, obwohl sich noch Krusten bilden und die Schwellungen noch nicht ganz weg simd.

  • #34767 Antwort

    Suechtling

    Kurzes Update:

    Ich war zwischenzeitlich in München und werde mich da nun auch nochmals operieren lassen. Angesetzt ist ein Termin Ende Mai (wobei er nicht zu 100 Prozent fix ist). Diesmal wieder in Allgemeinanästhesie (d.h. Vollnarkose) und ich muss eine Nacht postoperativ dableiben.

    Die Nasenmuscheln sollen verkleinert werden (Radiofrequenzmethode), falls nötig etwas vom unterliegenden Knochen (Os turbinale) entfernt werden + evtl. ein Abschlingen der hinteren unteren Muschelenden. Genau könne man das dann aber ers intraoperativ sehen.

    Ich bin gespannt und werde mich dann wieder hier melden!

  • #34773 Antwort

    Mesut

    Wünsche dir viel erfolg. Ist schon hart soviel durchzumachen. Blöd nur das der erste op nichts gebracht hat und zudem auch noch sehr teuer war über 3000 euro für etwas was am ende auch nichts gebracht hat ist hart. Viele solche ärzte gehn immer schnell zum op weil es für sie ein bonus an geld ist was die bekommen und was bringt es fast nichts.

  • #35107 Antwort

    TylerDurden

    Hallo Suechtling,

    Deine geschilderten Erfahrungen sind mehr als frustrierend und ernüchternd. Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht, die zu insgesamt 4 Operationen führten (Orthopädische Operationen). Vor allem das ständige Warten, sowie die aufkeimende Hoffnung vor Beratungsterminen sind sehr belastend. Wie schon zuvor erwähnt, leider ist diese Sucht extrem komplex und es scheint bei weitem kein Patentrezept zur allgemeinen Behandlung geben. Ich wünsche dir, dass deine nächste Operation erfreulicher und erfolgreicher als die vorherigen Behandlungen ablaufen wird.

  • #36835 Antwort

    Suechtling

    Mal wieder ein kurzer Zwischenbericht.

    (tl,dr: Die dritte OP war deutlich erfolgreicher als die ersten beiden. Zum ersten Mal merkte ich – zumindest zunächst – wirklich einen Unterschied. Das Muschelgewebe begann aber offenbar wieder zu wachsen. Links muss ich leider schon wieder regelmäßig sprühen, um wirklich frei atmen zu können. Rechts hingegen ist es immer noch in Ordnung, außer manchmal beim Aufstehen.)

    Meine 3. OP war dann Ende Mai in München an der LMU direkt beim HNO-Klinikchef. Vor der OP sagte man mir, dass man erst intraoperativ sieht, was genau gemacht werden muss – d.h. ob eine reine Conchotomie (am Muschelweichgewebe) durch Radiofrequenz oder ob zusätzlich noch eine Abtragung des unterliegenden Knochens (Os turbinale) und/oder ein Abschlingen der hinteren Muschelenden stattfindet.

    Als ich aus der Narkose wieder aufwachte, merkte ich einen deutlichen Unterschied zu vorher. Ganz anders als bei den ersten beiden OPs. Wenn ich vorm Spiegel in die Nasenlöcher schaute, sha ich auch links einen massiven Unterschied. Vorher war da praktisch (wenn ich nicht sprühte) ALLES sichtbar zugeschwollen und auch kein kleiner, freier Durchgang. Nach der OP nun sah es komplett frei aus und links fehlte praktisch der ganze Muschelkopf. Ich hätte nicht gedacht, dass das Muschelgewebe mittels Radiofrequenzmethode so massiv reduziert werden kann, nachdem die ersten beiden OPs ja eher ein Reinfall waren.

    Enttäuscht war ich dennoch ein bisschen, denn man teilte mir dann mit, dass man wirklich wieder nur eine Radiofrequenzconchotomie gemacht hat, den unterliegenden Knochen aber unangetastet ließ und auch die hinteren Muschelenden (wo ja kein knöcherner Anteil drunter liegt) nicht abgeschlungen hat. Ich befürchtete dann eben, dass das Weichgewebe bzw. die Schleimhäute nach nicht langer Zeit wieder so werden würden wie vorher.

    Die erste Woche war dann aber echt super – ich brauchte kein Nasenspray und hatte auch nahezu keine Borken und nur wenig abgehende Wundflüssigkeit, die vorne rauskam.

    Ab der zweiten Woche nach der OP änderte sich das dann. Es bildeten sich richtig fette Borken, links hatte ich einen fauligen Geruch in der Nase, die Atmung war durch die Borken wieder angeschränkt. Ich hatte starken postnasalen Drip und bekam dann auch noch eine Mandelentzündung. Mein „Heim-HNO“, den ich mir für die Nachsorge rausgesucht hatte (der mittlerweile 5. HNO in dieser ganzen Odyssee!), hatte ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt Urlaub. Ich nahm dann ein Antibiotikum (Cefuroxim) und bekam die Mandelentzündung schnell weg. Nach einigen Tagen lösten sich auch die Borken beidseits, und es waren wirklich fette Dinger! Aber ich bekam dann auch etwas Panik: Links war nämlich offenbar so viel Gewebe abgestorben (evtl. daher auch der faulige Geruch durch eine Nekrose unter den Borken?), dass der darunterliegende Knochen nun freilag.. man fühlte es richtig, wenn man mit dem Finger in die Nase ging.

    Als mein neuer Heim-HNO wieder aus dem Urlaub zurück war und ich mich bei ihm vorstellte, meinte er dann aber zum Glück, das könne manchmal passieren und wachse in der Regel aber wieder zu.

    Ein paar Wochen nach der OP hatte ich dann auch nochmal einen Nachsorgetermin in München, wo mir ebenso bestätigt wurde, dass es zuheilen würde.

    So kam es dann auch. Etwa zwei Monate nach der OP wuchs die lichte Stelle, wo der Knochen rausschaute, über 2, 3 Wochen hinweg zu. Während dieses Prozesses bildeten sich wieder fette Borken, die ich da jeden Tag rausholen musste.

    Mittlerweile ist die OP knapp 4 Monate her.

    Rechts ist es noch in Ordnung, da brauche ich kein Spray. Links aber habe ich langsam wieder Probleme. Da ist es jetzt so, wie es rechts VOR der letzten OP war: Man sieht, wenn man in die Nase schaut, keine richtig heftige Schwellung des Muschelkopfs, also der vordere Teil ist augenscheinlich halbwegs frei. Das Problem scheinen die hinteren Enden der Nasenmuschel zu sein. (Vor der OP hatte man das mir auch bestätigt: Da war rechts vorne auch alles halbwegs frei, aber die hinteren Enden waren noch verdickt. Und so scheint es jetzt eben links zu sein. Der vordere Nasenmuschelteil ist zwar wirklich noch geringer als vor der OP, aber hinten scheint noch zu viel Gewebe zu sein).

    Ich bin mittlerweile auch wieder am Sprühen, meist zwei bis dreimal täglich (Kindernasenspray mit 0.05%), aber fast immer nur links. Es ist aber nun nicht so, dass ich ersticken würden, wenn ich ohne Spray aus dem Haus gehe. Rechts ist es, wie gesagt, eigentlich in Ordnung (wobei es sich manchmal beim Aufstehen etwas verstopft anfühlt), und links ist es zumindest nie KOMPLETT zu (sondern eher so zu 60 bis 80%).

    Mal sehen, wie es sich so über die nächsten Monate entwickelt. Welche Optionen im Falle einer weiteren (Wieder-)Verschlechterung noch bleiben, weiß ich nicht. Wahrscheinlich die schon angesprochene Abtragunng des Os turbinale und ein Abschlingen der hinteren Muschelenden (die ja offenbar ganz besonders Probleme machen bei mir). Andererseits bin ich es auch irgendwie leid.

    Ich habe nun 5 HNOs durch, davon 3 Professoren bzw. 2 Uni-Kliniken. Ich habe 3 operative Eingriffe hinter mir, fast einen fünfstelligen Betrag ausgegeben (wovon die PKV glücklicherweise bis auf etwas über 1000 Euro alles zahlte) sowie das komplette Programm an konservativen Therapiemethoden durch:

    verschiedene Antihistaminika (topisch und systemisch),
    verschiedene Kortikosteroid-Sprays jeweils über Wochen bis Monate,
    Absetzversuche mit Kinder-, Säuglings- und Meerwassernasenspray, auch mittels Ein-Loch-Methode,
    Mentholspray,
    Capsaicinspray,
    Atemphysiotherapie mit RC Cornet,
    Nasenemulsionen,
    Nasenöl,
    divesere andere Sprays (LipoNasal, Hysan Pflegespray, andere Dexpanthenol-Sprays),
    und natürlich gefühlt Zigtausende Nasenspülungen.

    Vielleicht sollte ich mich einfach damit abfinden, dass Xylo eben das Einzige zu sein scheint, was bei mir wirklich hilft. Billig und stressfrei ist es zudem auch noch – nicht einmal 100 Euro pro Jahr.

Antwort auf: Seit 10 Jahren süchtig – bald OP
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