Nasenspray

Dieses Thema enthält 4 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Maja Balthasar vor 1 Monat, 2 Wochen.

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  • #34376 Antwort

    Sven

    Nasenspray
    Ich nutzte über Jahre hinweg Nasenspray, erst nur bei Erkältungen, dann auch in der Heuschnupfenzeit und gelegentlich auch vor dem zu Bett gehen um besser atmen zu können. Mein Verbrauch la bei ca. einer Flasche im Monat, eher weniger und manchmal benutzte ich auch über Wochen kein Nasenspray.
    Irgendwann wunderte ich mich, dass ich das ganze Jahr durch Schnupfen hatte, mein Verbrauch an Taschentüchern war ganz enorm und meine Nase lief pausenlos. Dann kam eine Erkältung, auf die fast sofort eine Grippe folgte. Ich benutze mehr Nasenspray und kam gut zurecht. An einem Dienstag setzte bei mir eine Schlaflosigkeit ein und ich war dabei so unruhig, dass es nicht mehr feierlich war. Ich versuchte es mit Gute Nacht Tees, nahm Hoggar Night und fand trotzdem keinen Schlaf. Jedes Mal, wenn ich gerade dabei war in den Schlaf über zu gehen bekam ich Erstickungsängste, starkes Herzrasen und stand im Bett. Ich nahm Nasenspray, viel Nasenspray, meine Nase war frei, die Angst beim Einschlafen zu ersticken blieb.
    Am Sonntag ging ich ins Krankenhaus, ich hatte fünf Tage nicht geschlafen, hatte eine Grippe und war fix und fertig. Dort attestierte man mir eine Grippe und gab mir schriftlich, dass ich Angst hätte beim Husten zu ersticken. Davon hatte ich keinen Ton gesagt, aber die Ärzte waren eh nicht begeistert, das ich nicht in eine Notfallpraxis gegangen bin und von nicht schlafen sei noch keiner gestorben. Man gab mir ein paar kleine Einzeldosen Nasenspray mit auf den Weg und schickte mich mit dem Rat nach Hause, viel Nasenspray zu nehmen.
    Am nächsten Tag ging ich zum Hausarzt und bekam den Rat ins Bett zu gehen, viel zu trinken und reichlich Nasenspray zu nehmen. Ich wurde auch an einen Lungenarzt überwiesen um eine Schlafapnoe auszuschließen. Auf einen Termin bei einem Lungenarzt wartet man vier Wochen, ich habe fast alle durchtelefoniert und habe immer dieselbe Auskunft bekommen, ich solle Geduld haben. Ich hatte nicht erwähnt, das ich privat Patient bin und beim nächsten Lungenarzt klappte es dann auch mit einem Termin in drei Tagen.
    Ich ging am selben Tag auch noch zu einem HNO, auch hier bekam ich nur Lutschtabletten, ein Nasenpflegeöl und den Rat mir Nasenspray aus der Apotheke zu holen. Nach sieben Tagen ohne Schlaf war ich wieder beim Hausarzt. Ich bekam Antibiotika und das war es. Bein Lungenarzt bekam ich auch nur einen Termin um eine Woche später ein Gerät abzuholen, das meinen Schlaf überwachen sollte. Es war mir schon unangenehm schon wieder zum Hausarzt zu rennen, aber der Schlafentzug machte mich richtig krank. Ich bekam Antidepressiva verschrieben, die auch bei Schlafstörungen helfen sollten.
    In meinem Rachen klebte ständig ein dicker Kloß und ich kippte mir das Nasenspray nur so in die Nase. Irgendwann schaffte es das Nasenspray den Kloß im Rachen aufzulösen, ich bekam zu den Schlaftabletten ein noch stärkeres Schlafmittel verschrieben und konnte sieben Stunden am Stück schlafen. Die ging aber nur eine Nacht so, die folgenden Nächte waren schlaflos, oder ich schlief nur ein, oder zwei Stunden. Ich war unendlich müde und konnte nicht schlafen. Nach ein paar Tagen kamen Depressionen dazu und ich grübelte ständig über Tod und Verderben nach.
    Ich war rund um die Uhr unruhig, ging ins Bett und sprang wieder raus. Oft musste ich die Fenster öffnen, weil ich einfach nicht genug Luft bekam. Ich lief unruhig hin und her und hatte große Angst davor allein zu sein. In der Nacht mit dem testgerät konnte ich zwei Stunden schlafen und wartete voller Spannung auf die Auswertung. Diese dauerte über eine Woche, das Ergebnis zeigte, das ich schnarche, aber keine schwere Schlafapnoe habe. Man bot mir einen Termin in einem Schlaflabor an, in zwei, oder drei Monaten.
    Um Schlaf zu finden lief ich wie ein Irrer durch den Wald, ging schwimmen und hörte mir Hypnose zum Einschlafen an, es half alles nichts. Während ich mir halbstündig mehrmals Nasenspray in die Nase pumpte versuchte ich herauszufinden, was mit mir nicht stimmt. Die Grippe war am Abklingen, es konnte ja nur noch die Psyche sein. Es war nichts zu finden, so sehr ich auch suchte, ich bin mit meinem Leben zufrieden, es passt alles.
    In Vier Wochen habe ich 8 Flaschen Nasenspray verbraucht und kam irgendwann auf den Gedanken, dass es an einem der Medikamente liegen könnte, die ich nahm. An das Nasenspray dachte ich zuletzt. Ich hatte mittlerweile schwere Depressionen, konnte es nicht ertragen wenn im TV das Gespräch auf Alter, oder Tod kam, heulte fast, weil meine Katze nicht sprechen kann und lauter so unsinnige Sachen. Dann schnappte ich mir den Beipackzettel vom Nasenspray und da stand es schwarz auf weiß. Sehr seltene Nebenwirkungen: Schlaflosigkeit, Unruhe, Erstickungsängste.
    Ich habe mir Nasonex verschreiben lassen und nehme einen Sprühstoß in jedes Nasenloch am Morgen und die Nase ist frei. Nicht so frei wie beim Nasenspray mit Xylometazolin, aber ich konnte frei atmen. Die Versuchung war groß, sich schnell noch einmal die Nase zu erweitern, ich habe das ganze Rotzzeug weggeworfen. Nun ist mein dritter Tag ohne Nasenspray, meine Nase ist einigermaßen, aber ausreichend frei und die Depressionen klingen seit heute merklich ab. Die Unruhe ist auch fast weg, nur der Schlaf ist noch nicht da.

    • Dieses Thema wurde geändert vor 5 Monate von  Eddy.
    • Dieses Thema wurde geändert vor 5 Monate von  Eddy.
  • #34379 Antwort

    Eddy
    Keymaster

    Hallo Sven,

    oh meine Güte, was für eine Odyssee durchlebst Du denn da?? Am meisten verwundern mit dabei die Ärzte, die Dir empfohlen haben, weiter (und noch mehr!) Nasenspray zu nehmen. Das kann doch nicht wahr sein?! Das ist doch, als würde man verusuchen, einen kariösen Zahn mit Schmerztabletten zu heilen. Unfassbar!

    Den Beipackzettel hättes Du diesen Herrschaften auf die Stirn tackern sollen. Vielleicht wäre das Klicken des Gerätes ja bis ins Hirn durchgedrungen…

    Sorry, ich rede mich hier gerade in Rage. Aber ich kann es einfach immer noch nicht akzeptieren, dass es Ärzte gibt, die die Gefahren und Auswirkungen von Sprays mit Xylometazolin so dermaßen unterschätzen – oder vielleicht sogar überhaupt nicht kennen?

    Ich hoffe und wünsche mir, dass die Umstellung auf Nasonex Dir hilft, um aus Deiner Katastrophe (man kann es nur so nennen) heraus zu kommen. Und hoffentlich kanst Du bald auch wieder eine Nacht am Stück durchschlafen!

    Alles Gute
    Eddy

  • #35288 Antwort

    Klaus

    Hallo, weiss jemand wie man online Schlaftabletten rezepfrei kaufen kann? Ich habe gerade eine Online-Apotheke gefunden wo man zB. Diazepam rezeptfrei kaufen kann. Normalerweise benötig man für diese verschreibungspflichen Medikamente ja ein ärztlichen Rezept. Ich bin deswegen ein wenig verwundert. Muss man dann das Rezept dort hin schicken bevor man zB. Zopiclon rezeptfrei kaufenkann? Kennt sich damit jemand aus?

  • #35784 Antwort

    Maja Balthasar

    Klaus das halte ich für absoluten Quatsch. Für die Chemiekeulen brauchst du immer ein Rezept!

  • #35785 Antwort

    Maja Balthasar

    @Sven, wenn ich deinen Erfahrungsbericht lese, kommt mir das alles so bekannt vor. Auch ich habe schon versucht von dem Zeug loszukommen und mir erging es ähnlich wie dir. Diese ganzen Entzugserscheinungen habe ich schlussendlich nicht mehr ausgehalten und wieder zum Spray gegriffen. Ich würde so gerne davon loskommen. Aber ich habe solch einen Horror vor der Entzugszeit, das ich das immer wieder vor mir herschieben.

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