Septumdeviation und Muschelkaustik

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Der(Ex)Süchtling vor 9 Monate, 1 Woche.

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  • #33172 Antwort

    DerSüchtige

    Hallöchen zusammen

    Erst einmal ein grosses Dankeschön an Dich Eddy für dieses Forum. Ich habe das Forum wirklich sehr geschätzt um mich vorab zu informieren.

    Ja wo fange ich denn an; Meine Name ist Lukas, ich bin 18 Jahre alt und komme aus der Schweiz. Ich bin Nasenspraysüchtig bzw. war es. Wann ich mit dem sprayen angefangen habe, weiss ich gar nicht mehr. Ich schätze aber das ist bereits ca. 5 Jahre her.

    Dass ich süchtig bin, ist mir persönlich und der Familie eigentlich nie richtig aufgefallen. Erst als ich etwas älter wurde, nicht mehr ohne Nasenspray aus dem Haus gehen konnte oder morgens Panik hatte, wenn er nicht neben meinem Kopfkissen gelegen hat. Vor ca. 3 Jahren sind wir dann das erste mal zum Hausarzt. Er hat gesagt, dass ich eine etwas krumme Nasenscheidewand hätte, das aber zum jetztigen Zeitpunkt noch nicht behandelt werden kann, da ich noch nicht ausgewachsen bin. Den Satz „Wenn das nicht behandelt wird, werde ich geschätzte 10 Jahre früher sterben“ Das aus dem Grund, dass das Herz in der Nacht wesentlich mehr arbeiten muss, wenn man durch den Mund atmet. Anschliessend sind wir dann zum HNO im Nachbardorf. Er hat mich auf diverse Allergien etc. getestet; negativ, nichts gefunden. Sobald ich ausgewachsen sei, soll ich mich nochmal melden.

    2 Jahre später war es dann soweit, ein Termin für eine Nasenscheidewandkorrektur auch Septumdeviation genannt inklusive Muschelkaustik war schnell gesetzt. Stationärer Spitaleintritt am 8. Dezember 2016 um 7.00 Uhr. Angekommen, in Vollnarkose gesetzt, 2 Stunden später wieder aufgewacht. Nase bombendicht. Keine Schmerzen. Müde. Als ich dann wieder auf meiner Station war, konnte ich mir die Nase zum ersten mal ansehen. Von aussen nicht viel zu erkennen, ausser die mit einer Tamponade zugestopften Nasenlöcher. Diese Tamponaden waren zu beginn nicht nervig, sollten auch nach 48h wieder entfernt werden. Die erste Nacht war weniger schlimm als erwartet. Ich konnte ziemlich gut schlafen, bis auf die Schnarchgeräusche der anderen Patienten im Zimmer :D. Am nächsten Tag hatte ich schmerzen und ein wahnsinniges Druckgefühl im Schädel. Mir wurde dann vormittags etwas Morphium gespritzt, was ich gar nicht ertragen hatte. Zwar war ich ca. 3h schmerzfrei, musste mich nach diesen 3h jedoch 3 mal übergeben. Ich habe mich beim ersten mal übergeben ziemlich erschrocken. Es war Blut mit drin. Direkt geklingelt, die Krankenschwester meinte aber, dass das normal sei, mir sei Blut während der OP runter in den Magen gelauffen. Nachher ging es mir eigentlich wieder relativ gut, ich hatte etwas erhöhte Temperatur (37.7), das lag jedoch daran, dass ich ziemlich wenig getrunken hatte. Das ging auch kaum, war sehr unangenehm, bei jedem Schluck ein Druckgefühl auf der Nase und den Tamponaden. Davon abgesehen, dass mit bombendichter Nase das Essen nach nichts schmeckt, konnte ich auch kaum was essen. Ich habe innert 2 Tagen ein Kilogramm abgenommen. Am letzten Abend konnte ich dann wieder etwas essen, ich habe mich quasi dazu gezwungen und die Unangenehme Gefühle in Kauf genommen. Die zweite Nacht im Krankenhaus war die schlimmste. Erst konnte ich bis ca 4.00 Uhr morgens aufgrund Schnarchgeräusche der anderen wieder nicht schlafen. Ausserdem war meine Nase richtig schleimig (nicht blutig) und ich musste die Gaze bei den Nasenlöchern jede Stunde wechseln weil das so unangenehm war. Die Tamponaden in der Nase haben sich ebenfalls etwas gelockert, was ziemlich unangenehm war, z.B. beim Schlucken wurden die Tamponaden immer etwas nach vorne gedrückt. Um ca. 4.00 Uhr bin ich dann mit Musik in den Ohren eingeschlafen. Lange konnte ich auch nicht schlafen und bin um 6.30 Uhr wieder aufgewacht. Jedoch habe ich da nicht mehr versucht zu schlafen, da der Arzt um 7.00 Uhr kam um mir die Tamponaden zu ziehen. Davor hatte ich ebenfalls Angst, vor dem ziehen. Das war jedoch schnell vorbei und nur für 2-3 Sekunden unangenehm. Schmerzen hatte ich keine. Ich konnte dann für 5 Minuten zu 60% durch die Nase atmen. War ein wirklich schönes Gefühl, den Druck wieder einmal ausgleichen zu können. Nach 5 Minuten war sie jedoch wieder bombendicht. Naja, was solls, immerhin waren die Tamponaden raus. Ich konnte dann um ca. 9 Uhr nach Hause. Er hat mir einen Meerwassernasenspray mitgegeben. Ich soll die Nase einfach immer etwas feucht halten, damit sich die SChleimhäute erholen konnten. Am Samstag, dem 10. Dezember 2016 ging das mit dem Meerwasser jedoch kaum. Die Nase war so zu, dass der direkt wieder rauskam. Heute morgen und auch jetzt gerade, dem 11. Dezember 2016 konnte ich erstmal wieder etwas durch zumindest eine Seite zu 40% atmen. Ein wahrlich schönes Gefühl wieder richtig trinken und essen zu können. Ich habe zurzeit keine Schmerzen und das Linke Nasenloch ist zu 50% frei. Ich habe morgen einen Termin beim HNO zur Nachkontrolle. Updates folgen!

    MFG
    Lukas

  • #33174 Antwort

    Eddy
    Keymaster

    Hi Lukas,

    Willkommen im Forum und vielen lieben Dank für diesen ausführlichen Bericht! Mann-oh-Mann, das war sogar so ausführlich, dass ich beim Lesen eben das Gefühl hatte, meine Nase würde „zu machen“… Sehr plastisch beschrieben, das alles! 😉

    Den Satz „Wenn das nicht behandelt wird, werde ich geschätzte 10 Jahre früher sterben“ habe ich bisher hier noch nie von jemandem gelesen. Das ist ja wirklich mal eine harte Ansage! Ist das tatsächlich so? War mir bisher nicht bewusst. Wenn das kein Grund FÜR eine Behandlung ist, dann weiß ich’s auch nicht.

    Ich drücke Dir die Daumen, dass die Nachwirkungen der OP auch bei Dir bald komplett vorbei sind und dass Du Dein neues Leben dann (Achtung Wortspiel) in vollen Zügen genießen kannst! 🙂

    Schöne Grüße in die Schweiz,
    Eddy

  • #33176 Antwort

    DerSüchtling

    Hallo Eddy

    Ja klingt hart – wurde mir damals aber so ins Gesicht gesagt. War so ziemlich auch der Punkt, wo ich mir selber gesagt habe, dass sich da jetzt etwas ändern muss.

    Mfg
    Lukas

  • #33195 Antwort

    Der(Ex)Süchtling

    Soooooo es ist nun etwas mehr als zwei Wochen her, als ich am Donnerstag morgen operiert wurde. Und ich kann sagen: mir geht es so gut wie noch nie zuvor! Das rechte Nasenloch ist komplett frei, das linke hinkt noch etwas hinterher und ist noch nicht ganz frei. Der Arzt hat aber gesagt, dass das noch 2-3 Wochen dauern wird, bis sich die Schleimhäute regeniert haben, die Narben gebildet sind und sie sich somit zurückziehen. Ich schnarche nicht mehr in der Nacht, kann wieder richtig essen, rieche gut und schmecken sowieso. Nasenspray abgesetzt, seit 2 Wochen clean – nur noch Meerwasserspray zur Erholung der Schleimhäute.

    An alle da draussen die das gleiche Problem haben: Traut euch! Zieht es durch, glaubt an euch. Auch ihr schafft das. Ich bin jetzt einfach nur froh und hoffe, dass ich nie wieder zum Nasenspray greifen muss!

    LG

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