Hallo aus dem Ruhrpott :)

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  • Dieses Thema hat 17 Antworten und 1 Stimme, und wurde zuletzt aktualisiert vor 6 Jahren von Sabine.
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  • #81191 Antworten
    Chrissy
    Gast

    Hallo Eddy und Mitleidende
    Meine Sucht dauert seit ca anderthalb Jahren an. Zwischendrin war ich mal etwa einen Monat clean, dann bekam ich eine schwere Influenza und zack- da war sie wieder.
    Das voll Programm, Panikattacken, Fließschnupfen, der Verbrauch an Taschentüchern und Dreckszeug ging in Mengen, die nicht mehr schön waren.
    Jetzt habe ich mich erneut zum Entzug entschlossen.
    Allerdings habe ich echt Angst, zu allem Übel leide ich nämlich noch unter Depressionen, gekoppelt mit einer Angststörung. D.h., wenn Panikattacke, dann richtig.
    Ich bin sehr froh, diese Seite gefunden zu haben. Das Gefühl, nicht allein zu sein und zu wissen, daß andere den Weg schon gegangen sind, macht wirklich Mut.
    Lieben Dank im voraus schonmal,
    Chrissy

    #81194 Antworten
    Felipe
    Gast

    Guten Morgen Chrissy!

    Ich will Dir hier mal ein bisschen Mut machen. Ich selbst habe den Mist 14 Jahre (!) benutzt und habe vor drei Tagen mit einem „kalten“ Entzug angefangen. Ich habe eines Nachts beschlossen: „Das war jetzt der letzte Sprühstoß“. Der darauffolgende Tag, der erste in mindestens zehn Jahren an dem ich gar kein Spray benutzt habe, war komischerweise weniger von Atmungsproblemen gekennzeichnet als vielmehr von schwitzenden Händen: Ich hatte eine Riesenangst vor der ersten Nacht (und ich hatte auch mal mit einer Panikstörung zu kämpfen und bin heute noch oft nervös).

    Als ich dann abends ins Bett bin, konnte ich vor lauter Nervosität kaum einschlafen. Irgendwann hat es dann aber doch geklappt und es war ehrlich gesagt überhaupt nicht schlimm. Eine Seite (die, auf der ich nicht liege), war immer offen und ich bin nur einmal aufgewacht. Am nächsten Morgen war ich richtig stolz!

    Heute ist schon mein dritter Tag „ohne“. Ich merke, wie es jeden Tag ein bisschen besser wird, vor allem habe ich das Gefühl, ich stärke auch meine Psyche. Gestern in der Apotheke habe ich mir ein Meerwassernasenspray gekauft. Als die Apothekerin sagte: „Sie können auch ein normales nehmen“, habe ich gesagt, auf gar keinen Fall!!! Daraus entspann sich ein Gespräch über Sucht und die Gefährlichkeit dieses Zeugs. Als ich aus der Apotheke rauskam, musste ich eine Träne verdrückt, weil mir bewusst wurde, dass ich zum ersten Mal seit 14 Jahren offen und ehrlich mit jemandem über dieses Thema gesprochen habe. Ich habe mich plötzlich unfassbar befreit und wahnsinnig stark gefühlt. Fast kam es mir so vor, als habe mich diese Thema, das immer mit „Angst“ und „Heimlichkeit“ verbunden war, plötzlich stärker gemacht als vorher.

    Nun kann ich zwar nicht von mir auf andere schließen, aber ich hoffe, dass Dir meine Geschichte vielleicht ein bisschen hilft und Du es einfach mal probierst! Vielleicht ja auch mit so einem positiven Effekt! Und schau mal, Du bist ja „erst“ 1,5 Jahre abhängig, der Entzug würde sicher klappen. Probier es doch einfach mal EINE Nacht. Was mir geholfen hat: Ich habe mir immer gesagt „Du kannst das Spray jederzeit benutzen“. Dann hatte ich schon gar keine Lust mehr drauf.

    Jetzt, nach drei Tagne, ist die Vorstellung, das Zeug wieder zu nehmen, viel schlimmer, als die Idee, nachts ein wenig verschnupft zu schlafen! Sieh es als Versuch, niemand zwingt Dich. Falls es aber klappt, ist es befreiend!

    Ich wünsche Dir einen angenehmen Tag!

    #81195 Antworten
    Chrissy
    Gast

    Danke für Deine netten Worte, Felipe

    Ich habe, wie geschrieben, heute morgen meine letzte Flasche in den Müll geworfen und harre der Dinge, die da kommen werden.
    Bis jetzt ist die Nase noch komplett dicht, aber das wird sich sicher noch ändern.
    Ich versuche, mich deswegen nicht verrückt zu machen.
    Werde Dich auf dem Laufenden halten 🙂

    #81196 Antworten
    Felipe
    Gast

    Sehr gerne!

    Ich wünsche Dir alles Gute und wenn es Dir hilft, können wir uns hier gerne über den Fortgang unseres Entzugs austauschen 🙂

    Mir hilft es immer, hier täglich meine Erfahrungen niederzuschreiben, So setze ich mich auch selbst ein bisschen unter Druck 🙂 Muss aber jeder für sich entscheiden!

    Liebe Grüße und ganz viel Erfolg Dir!!!

    #81198 Antworten
    Maggy
    Gast

    Hallo, Hallo!

    Ganz schön mutig! Letzte Flasche gleich ihn den Mull gehauen?! Obwohl ich jetzt 10 Wochen dabei bin, ich hab noch immer eine eiserne Reserve. Eine? *hüstel*

    Ich weiß gar nicht mehr wie ich das vor Urzeiten mal mit den Glimmstengeln gemacht habe.

    Ich wünsche Dir gutes Gelingen!
    Es ist ja eigentlich nur eine dumme Angewohnheit. Richtig süchtig ist man ja nicht. Körperlichen Entzug hat man ja nicht wirklich.

    #81199 Antworten
    Felipe
    Gast

    Genau, Maggy.
    Ich sehe das auch so. Die Angst vor der verstopften Nase und davor, dass sie es vielleicht für immer bleibt, ist viel größer als die verstopfte Nase selbst. Ich habe seit drei Tagen Schiss, die Nase könnte verstopfen…tut sie aber nicht…und trotzdem mache ich mich manchmal verrückt. Einfach die vielen tollen Berichte derer lesen, die es hier geschafft haben. Das baut auf! Toi, toi, toi!!!

    #81201 Antworten
    Chrissy
    Gast

    Lieben Dank Euch Beiden 🙂
    Seit heute morgen ist hier noch keinerlei Besserung eingetreten- aber ich bin auch nicht so naiv, Wunder zu erwarten.
    Und klar hab ich die in den Müll, ich will gar nicht erst in Versuchung kommen. Da ist es für mich besser, ich habe den Mist gar nicht erst in Reichweite.
    Furchtbar nerven tun nur der Druck im Kopf und dieses ständige, leichte Schwindelgefühl, aber das gibt sich auch noch. Angst habe ich nur vor der Nacht, leide eh schon unter Schlafsstörungen, das könnte aufreibend werden…

    #81204 Antworten
    Maggy
    Gast

    @Chrissy ich habe über viele Jahre unter Schlafstörungen gelitten. Manche Nacht dachte ich, ich hättest gar nicht geschlafen. Waren keine Tropfen da die ich vor und in der Nacht gesprüht habe, dachte ich die Welt geht unter.

    Seit ich die Tropfen nicht mehr nehme schlafe ich wie ein Baby! Ich werde zwar auch mal wach schlafe aber gleich wieder ein.

    Den Entzug habe ich mir allerdings etwas leichter gemacht, bin ja aber auch viel länger abhängig gewesen. Ich hab ganz stark mit Salzwasser verdünnt. Seit einer guten Woche nur noch Salzwasser, ohne schlechtes Gewissen. Ab und zu so dolle, da könnte ich auch gleich ne Spülung machen.

    #81205 Antworten
    Chrissy
    Gast

    Ich hab grad das Problem, daß die Nase so dicht ist, daß mir die Salzlösung wieder aus der Nase läuft 🙁

    #81213 Antworten
    Eddy
    Gast

    Hallo Chrissy,

    ich will auch noch schnell „Hallo“ sagen, nachdem Du ja inzwischen gemerkt hast, dass Du nicht alleine bist. Danke an dieser Stelle an Felipe und Maggy!

    Die Kombination Deiner Sucht plus Angststörung macht den Ausstieg sicherlich besonders schwer. Um so bewundernswerter ist es, dass Du Dich dennoch dazu entschlossen hast: BRAVO!

    Die Panikattacken (Angst vor dem Ersticken) kennen wir „Suchties“ wohl alle. Und auch, wenn Du es sicherlich weißt, wiederhole ich es mal: Du kannst und Du wirst nicht ersticken. Hab also keine Angst davor. – Jaja, leicht gesagt. Aber das muss man sich meiner Ansicht nach immer wieder selbst predigen, damit die Synapsen das abspeichern 😉

    Ich drücke Dir die Daumen!!

    Beste Grüße,
    Eddy

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