Es geschehen noch Zeichen und Wunder!

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Dieses Thema enthält 11 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  yvonnepink vor 1 Jahr.

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  • #30955 Antwort

    Ina

    Hallo in die Runde,

    ich gehöre leider auch der Nasenspraysucht-Fraktion an, und das seit 13 Jahren.

    Ich weiß heute noch, wie ich zur Apotheke gegangen bin um mir Nasenspray zu holen, da ich scheinbar einen Schnupfen hatte. Ein komischer Schnupfen war das schon, denn ansonsten ging’s mir gar nicht schlecht, keine Erkältungsanzeichen. Aber was soll’s, das Nasenspray wird’s schon richten. Tat es auch! Aber ab dem Moment ging nichts mehr ohne! Einen Grund habe ich nie gefunden, vielleicht war es einfach an dem Tag die Heizungsluft im Büro. Jedenfalls blieb ich am Nasenspray hängen, das war 2003. Das Nasenspray war fester Bestandteil meines Lebens und wehe ich hatte keins. Es war überall: In allen Jackentaschen, Handtaschen, Schreibtischschublade, neben dem Bett, im Auto usw.! Natürlich habe ich von meinem Umfeld auch die entsprechenden Kommentare zu hören bekommen, die jedem Betroffenem wahrscheinlich wohl bekannt sein dürften. Im Sommer 2004 war ich mit Freunden für 3 Wochen in Kroatien. Die salzhaltige Luft schien Wunder zu vollbringen, ich brauchte nach einigen Tagen kein Nasenspray mehr. Genial!

    Die Ernüchterung kam prompt, als ich nicht mehr dort war. Alles wieder beim alten *heul.

    Aber ab dem Moment war mir klar, dass es eine Alternative zu den OP’s geben musste, die mir von allen Seiten nahe gelegt wurde.

    Irgendwann habe ich mich überwunden und bin zum HNO. Natürlich kam auch da nur die OP in Frage. Aber ich könnte das Nasenspray auch ruhig noch ein wenig benutzen, so ’ne Schleimhaut sei viel robuster als man immer zu hören bekäme…ääääh ok, das hört man ja gerne.

    Lange Rede, kurzer Sinn…ich hab’s irgendwann keinem mehr erzählt, nur meine Familie und aller engsten Freunde sind eingeweiht. Da ich die Kommentare und die viel sagenden Blicke satt hatte.

    Einfach aufhören? Undenkbar!!! Der pure Gedanke an das Gefühl, wenn ich warum auch immer kein Spray zur Verfügung hatte, kurz vor dem Ersticken stand, sich ein Deckel auf alles legte, mir der Kopf fast explodiert und nicht mal mehr Schlucken möglich war, löste bei mir blanke Panik aus.

    Mir ging das sprayen gehörig auf die Nerven. Am 26. Dezember 2015 habe ich mit dem Rauchen aufgehört und dann, noch motiviert von der Rauchaktion, schlich sich das Thema Nasenspray in meinen Kopf. Das wäre doch mal eine Challange für 2016!

    Letzte Woche lunzte ich dann ganz zaghaft mal ins Internet. Ups, ich war ja gar nicht die Einzige und vor allem, das scheint ja auch ohne OP zu gehen! KRASS! Mein Interesse war geweckt.

    Also habe ich mir ein Nasenspülset, Nasensalbe, Meerwasserspray, Meerwasserspray mit Panthenol und Schnupfentabletten gekauft, man weiß ja nie, was einem helfen könnte. Das alles habe ich erst mal brav auf die Seite gelegt, der erste Schritt war ja gemacht, bloß keine Hetze. Immerhin hatte ich gehörig Angst vor den mir sicherlich bevorstehenden 2-3 Wochen Horror.

    Vorgestern Abend habe ich dann den Entschluss gefasst, mal einen Test zu machen. Ich wollte wissen, wann der kritische Moment kommt, an dem ich zum Beispiel den Druck nicht mehr aushalte usw., damit ich dann für den tatsächlichen Entzug gerüstet bin.

    Also gestern Morgen habe ich nach dem Aufstehen wie gewohnt gesprüht und ab da nur noch mein linkes Nasenloch besprüht. Dazu viel Meerwasserspray und Nasensalbe zum feucht halten, zu Hause dann später auch noch die Nasendusche. Und seit gestern morgen staune ich nur noch Bauklötze. Mein rechtes Nasenloch hat nicht einmal komplett dicht gemacht, kein Druck, keine Kopfschmerzen, nichts bis auf das es mehr zu war, wie bei einem Schnupfen. KRASS. Gibt’s ja wohl nicht! Mit ordentlich Bammel vor der Nacht habe ich dann um 22 Uhr nochmal links gesprüht, die Nasenspülung nochmal gemacht, Nasensalbe rein und ab ins Bett. NIX und zwar GAR NIX. Bin heute morgen wach geworden und konnte es einfach nicht glauben. Naaa gut, dann versuchen wir das Ganze mal unter Vorbehalt auch mal Links! Wenn der Druck kommt, sprühe ich halt, dann war’s zu früh für beide Nasenlöcher.

    Nun ist es 10:00 Uhr, ich hab also seit 12 Stunden links auch nicht mehr gesprüht. Rechts ist zu 80% auf, links naja, ist irgendwie zu aber eben nur wie bei einem Schnupfen. Nichts dramatisches. Es gibt sogar Augenblicke, wo ich mit geschlossenem Mund halbwegs normal Luft bekomme. HAMMER! So einfach? Und ich quäle mich 13 Jahre damit rum? Unfassbar.

    In diesem Sinne: Traut Euch!

    Viele Grüße

  • #30956 Antwort

    Eddy

    Hallo Ina,

    auch Dir ein herzliches Willkommen „im Club“ und vielen Dank für Deinen Bericht – wirklch super geschrieben, finde ich!

    Den ersten Abschnitt könnte ich komplett kopieren – und sicher nicht nur ich. Es gab keinen Ort und keinen Schritt ohne Spray. Klar, denn sonst wäre ich ja gestorben. Jämmerlich erstickt im Büro, im Kino oder auf der Couch… 😉

    Dass Du den HNO aufgesucht hast, um den ersten Schritt aus der Sucht zu gehen, finde ich auch klasse. Allerdings bist Du da wohl leider an einen Quacksalber geraten, dem sofort die Zulassung entzogen und sein Tital aberkannt gehört! Was für ein Idiot! Sorry, aber ich rege mich gerade über so einen Bullshit auf… *grummel*

    Um so besser, dass Du nicht auf ihn gehört, sondern den Selbstversuch gestartet hast! Echt super!

    Die „Ein-Loch-Methode“ ist glaube ich hier am aller häufigsten beschrieben und sie führt wohl auch bei fast allen Betroffenen zum Erfolg. Auch bei Dir sieht es ja richtig prima aus! Ich will jetzt weder ein Spielverderber sein, noch einen Dämpfer verpassen. Aaaaber…

    …verliere bitte nicht die Nerven, falls es in den kommenden Tagen mal einen Rückschlag gibt und die Nase docoh nicht so frei bleibt, wie es jetzt im Moment der Fall ist. Der Weg sieht gut aus, aber es könnte sein, dass hinter der nächsten Kurve noch ein paar Schlaglöcher auf Dich warten. Gib dann auf keinen Fall auf, dann packst Du das mit absoluter Sicherheit.

    Alles Gute und viel Erfolg beim Weg aus der Sucht – die Daumen sind für Dich gedrückt!

    Viele Grüße,
    Eddy

  • #30957 Antwort

    Ina

    Hallo Eddy,

    vielen Dank für die Warnung, ich werde berichten!

    Der Arztbesuch liegt schon etliche Jahre zurück, allerdings handelt es sich bei dem Arzt tatsächlich um einen Klinikarzt, was um so schlimmer ist, wie ich finde.

    Am unangenehmsten sind bzw. (hoffentlich) waren die Momente, wo man nicht mal eben auf Toilette verschwinden kann um die Nase frei zu sprühen, sondern nach dem Motto – oh mein Schuh ist auf – unterm Tisch (möglichst leise) sprühen muss(te). Da fühlt man sich dann wirklich wie ein kleiner Junky, der sich grad vor allen seine Dröhnung verpasst.

  • #30965 Antwort

    Ina

    Hallo Zusammen,

    heute ist der 4. Tag an dem ich kein Nasenspray mehr nutze.
    Generell ein geniales Gefühl. Ich habe jedes Mal, wenn ich aus dem Haus gehe das Gefühl, ich hätte was vergessen. Und die Hand rutscht automatisch zur Hosentasche nur dass da jetzt kein Nasenspray mehr drin ist. *grins

    Aber Eddy, Du hattest recht. Es ist wie ein abklingender Schnupfen, mal ist meine Nase völlig frei, aber oft ist sie auch recht zu (Gott sei Dank nicht zu im Sinne von Deckel drauf und Erstickungsalarm). Ich versuche es dann mit Meerwasserspray und Nasensalbe, das hilft punktuell.
    Was immer funktioniert ist Bewegung, egal welche, durch die Wohnung laufen, putzen, spazieren gehen. Da ist meine Nase komplett frei, aber sobald ich wieder zur Ruhe komme, geht sie oft wieder ziemlich zu.
    Was meiner Nase gar nicht gut tut ist die Heizungsluft im Büro und in der Bahn.

    Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Tagen einpendelt, denn auf
    „Dauer-abklingenden-Schnupfen“ hab ich auch keine Lust.

    Viele Grüße

    Ina

  • #30997 Antwort

    Sina

    Hallo Ina und Willkommen

    Dein Bericht hört sich ganz ähnlich an wie meiner. Was du in Kroatien erlebt hast, habe ich in Tunesien erlebt: in der hohen Luftfeuchtigkeit war die Nase komplett frei! Das war mein Aha-Erlebnis und mein Hausarzt hat das viele Jahre später bestätigt. Auch den kompletten Ausstieg habe ich mit Meerwasserspray geschafft. Am Anfang viiiiieel und dann immer weniger. Und jetzt in der trockenen Heizungsluft noch sporadisch.

    Weiterhin alles Gute und liebe Grüsse
    Sina

  • #30998 Antwort

    Sina

    Und Eddy, über das hier musste ich herzhaft lachen:

    Den ersten Abschnitt könnte ich komplett kopieren – und sicher nicht nur ich. Es gab keinen Ort und keinen Schritt ohne Spray. Klar, denn sonst wäre ich ja gestorben. Jämmerlich erstickt im Büro, im Kino oder auf der Couch… 😉

    😄

    • #31009 Antwort

      Eddy

      …ich bin heilfroh, dass ich heute auch darüber lachen kann. Aber ehrlich gesagt steckt ja auch ein Fünkchen Wahrheit dahinter: die Angst vor dem Ersticken kennen wohl alle Abhängigen. 😉

  • #31014 Antwort

    Sina

    … Ja, das stimmt Eddy.

  • #31045 Antwort

    ina

    Hallo zusammen,

    ich bin hartnäckig geblieben! Und es wird besser! Realisiert habe ich das nach all den Jahren aber tatsächlich noch nicht! *g
    Nachts schlafen zu können OHNE wach zu werden, weil man sogar schon vom Ersticken geträumt hat und dann tatsächlich kurz davor steht….das ist wirklich was wert.
    Auch im Büro wird es besser, wenn ich die Lüftung kalt stelle…lieber friere ich bzw. zieh mich wärmer an und hab dafür die Nase frei.

    Allerdings habe ich 2 Sachen festgestellt, die ich sehr seltsam finde, vielleicht kennt das ja jemand und kann mir sagen, ob das demnächst verschwinden wird.
    Zum einen geht mir die Nase zu, wenn ich viel rede, also zum Beispiel aus einem Buch vorlese. Höre ich auf zu lesen, dauert es nicht lange und die Nase wird wieder frei.
    Zum anderen geht nachts oder oft morgens meine Nase zu, wenn ich wach werde (aber ohne, dass ich mich bewege). Schlafe ich wieder ein oder stehe auf, wird die Nase frei. Ich finde das total kurios, hat das was mit der Durchblutung zu tun? Aber die würde doch steigen, wenn ich aufstehe.

    Bin gespannt, ob das jemand kennt. 🙂

  • #31049 Antwort

    Eddy
    Keymaster

    Hallo Ina,

    schön zu lesen, dass es bei Dir weiterhin bergauf geht! Das Licht am Ende des Tunnels wird also schon ziemlich hell, würde ich sagen! 🙂

    Die von Dir geschilderten Situationen kenne ich selbst nicht – und ich habe hier auch noch nichts ähnliches gelesen, soweit ich mir erinnere. Das ist schon ziemlich kurios. Vielleicht kann ja doch ein anderer Leser dazu etwas sagen…

    Bleib stark!

    Viele Grüße
    Eddy

  • #32590 Antwort

    JuliaS

    Hallo Ina,
    Glückwunsch dass du es geschafft hast! Ich lese mich momentan zu dem Thema durch das Netz und finde den Blog von HNO Dr. Vahle recht interessant. Hier ist sehr gut beschrieben, wieso die Nase automatisch an- und abschwillt.

    Nasenspray – gefährlicher als Cocain?

  • #32596 Antwort

    yvonnepink

    Hallo Eddy,
    der HNO Arzt hat hier Recht und hat keinen Bullschitt geredet, es stimmt das die Schleimhäute etliches aushalten auch Jahrzehntelanges sprühen. Meine waren nachMeine waren nach über 26 Jahren auch nicht kaputt. Er hat hier versucht Ihr kompetent Wege aufzuzeigen, und als er Ihr sagte sie könnte natürlich noch weiter sprühen das war sicher eine ein bissel Trotz- Reaktion ironisch gemeint weil er weis das viele Patienten den kompetent gemeinten Rat zur OP nicht annehmen und glauben es geht so und sie wissens besser, das mag bei einigen klappen aber ein HNO Arzt schickt einen nicht aus jux und guter Laune zur OP, sondern weil er die Atmung des Patienten bestmöglich verbessern möchte. Glaub mir die HNO Ärzte sinds auch manchmal leid besserwissende Patienten vor sich zu haben, und fragen sich wieso die Patienten dann um Ratt fragen, wenn sie dann doch glauben ein Quacksalber sitzt vor Ihnen.

    Um mal auf die OP zu sprechen zu kommen, fühl ich mich da auch ein bissel mit angesprochen weil ich ja wirklich davon schwärme, denn schneller kommt man vom Spray nicht los, alles was ich hier gelesen hab hat Wochen gedauert.

    Mir liegt noch etwas sehr am Herzen, es gibt hier Beiträge die besagen „oh siehe da es geht ja auch ohne OP“.

    Ich selbst bin der Meinung das die OP die eh bei mir notwendig war, weil wie meine HNO Ärztin mir sagte, das ewige Nasenspray verwenden verändert das innere enorm je länger man das macht, sie war für mich persönlich eine Erlösung und zwar so schnell wie möglich ohne ewige Quälerei vom Spray weg zu kommen. Das soll nicht heißen das ich will, das nun jeder etwa eine OP machen soll, wenn aber schon der HNO Arzt dies sagt, dann sollte man dem auch Glauben schenken und drüber nachdenken. Viele HNO Ärzte schicken einen aus mediz. notwendigen Gründen ins KKH zur OP um wirklich dem Patienten bestmöglich zu helfen, nicht nur um Geld zu scheffeln.

Antwort auf: Es geschehen noch Zeichen und Wunder!
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