Erfahrungen OP: Nasenscheidewand Perforation

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  • #84381
    Sabine
    Gast

    Hallo Zusammen,

    ich war über 25 Jahre Nasensprayabhängig (Olynth für Kinder). Die letzten 3 Jahre war ich bei verschiedenen HNO Ärzten in Behandlung und hab zusätzlich Cortison Nasenspray genommen. Durch das Cortison habe ich wesentlich weniger Olynth benötigt, aber ganz weggekommen bin ich nie davon. Vor 1 1/2 Jahren wurde nun zusätzlich ein Loch in meiner Nasenscheidewand diagnostiziert und zu einer Operation geraten. Da ich große Angst vor einer Nasenoperation hatte, habe ich diese lange hinausgezögert. Durch das Loch wurde mir jedoch quasi die Entscheidung aus der Hand genommen und so habe ich mich am 11.9.2018 in Düsseldorf operieren lassen bei einem Facharzt, der sich auf den Verschluss eines solchen Loches in der Nasenscheidewand spezialisiert hat. Hier ein Bericht, der vielleicht dem einen oder anderen hilfreich sein kann:

    OP-Tag: Operation früh morgens um 7.30 h (Verschluss Septumperforation, Begradigung Scheidewand, Verkleinerung Nasenmuscheln). Ich habe die Narkose leider nicht so gut vertragen und bin sehr schwer wieder wach geworden. Habe bis nachmittags eigentlich nichts wirklich um mich herum wahrgenommen. Nase mit Tamponaden zu, Nasenschleuder im Gesicht, Ohr dick verbunden (hier wird Knorpel entnommen, um das Loch zu verschließen). Keine Nasenatmung, aber darauf war ich vorbereitet und es ist nicht so schlimm, weil man sich ja darauf einstellt. Das Ohr tat ziemlich weh und ich sah ziemlich schrecklich aus, weil die Blutungen schlecht zu stoppen waren und ich insgesamt ziemlich „blutig“ aussah… Essen am OP-Tag abends war für mich nicht möglich, weil ich nicht schlucken konnte – Druckausgleich. Schlafen in der Nacht war nur sehr bedingt möglich.
    Tag 1 nach der OP: Kurzer Besuch des operierenden Arztes und Info, dass die Tamponaden am nächsten Tag gezogen werden. Schmerzen hatte ich schon: das Ohr tat weh, der Bereich Nase, Oberlippe, Zähne schmerzte. Habe Ibu 600 genommen. Das habe ich übrigens über eine Woche lang genommen, weil die Schmerzen für mich zu unangenehm waren. Ist aber sicher auch individuell verschieden. Nachts schlecht bis gar nicht geschlafen. Keine Luft – nur durch den Mund, dadurch ziemlich unangenehme Halsschmerzen. Essen ging schon besser, der Druckausgleich klappt besser.
    Tag 2 nach der OP: Tamponade Ziehen war völlig problemlos und so schnell vorbei, das ist wirklich absolut gar kein Problem! Luft habe ich leider nicht bekommen, bei mir war so gut wie alles dicht.
    Tag 3 nach der OP: Morgens Absaugen der Nase. Ist unangenehm, aber aushaltbar. Luft habe ich danach kaum bekommen. Ein „Aha-Effekt“ war bei mir nicht gegeben. Nachmittags Entlassung. Schmerzen immer noch da, das Ohr tut weh, die Narbe schmerzt recht ordentlich. Nasenspitze und Oberlippe taub. Ach ja, und Hämatome an der Oberlippe und runter zum Unterkiefer sowie am Ohr. Sah recht heftig aus.
    Erste Woche nach der OP: Täglich zum HNO Arzt zum Absaugen. Der war zufrieden. Ich weniger, weil keine Luft durch die Nase oder nur sehr, sehr wenig. Nachts schlafen tendenziell schlecht. Nase salben 3 x täglich. Mehr durfte ich nicht machen. Keine Sprays, die einem das Leben (bzw. Atmen) erleichtern. Durch das Transplantat kann man viele Dinge, die man bei einer „normalen“ Nasenscheidewandbegradigung bekommt, nicht machen. Ich hatte gelesen und gehört, dass die Patienten Sprays bekommen und dadurch schnell Erleichterung beim Atmen hatten. Dies war bei mir alles nicht der Fall. Ich musste so klar kommen…
    Woche 2: Jeden 2. Tag zum Arzt und Ziehen der Folien (geht schnell und ziept etwas, ist aber kein Drama). Kaum Verbesserung der Nasenatmung. Der Arzt ist weiterhin begeistert vom OP-Ergebnis. Ich werde langsam ungeduldig und unglücklich, weil ich nachts kaum schlafen kann und kaum Luft bekomme. Halsschmerzen gehören zu meinem Leben dazu.
    Woche 3: War beim Operateur, der mir riet, geduldig zu sein. Es dauert halt bis zu einem (!!!) Jahr, bis alle Schwellungen abgeheilt sind. Keine schöne Aussicht, vor allem dann nicht, wenn man nachts nicht oder nur im Halbstundentakt schläft. Und irgendwann muss man ja auch wieder arbeiten gehen… Ende Woche 3 Post OP war es dann soweit und ich nahm meine Arbeit wieder auf. Unter erschwerten Bedingungen, wie man sich vorstellen kann (schlecht Luft bekommen, Kopfschmerzen, Halsschmerzen). Mein HNO Arzt war weiterhin zufrieden mit dem OP Ergebnis. Ich eher nicht, weil ich keinerlei positive Entwicklung merkte. Nach immerhin 3 Wochen!!!
    Woche 4: Noch immer keine Nasenatmung bzw. keine relevante Nasenatmung möglich. Nachts kaum Erholung durch ständiges Aufwachen und nach Luft schnappen. Mein HNO Arzt war mittlerweile etwas ratlos. Ich fühlte mich unverstanden, weil mir immer gesagt wurde, es wird schon und ich solle geduldig sein. Was ohne positive Entwicklung nicht so einfach ist…
    Woche 5: War bei einem anderen HNO Arzt, da meiner urlaubsbedingt seine Praxis geschlossen hatte. Was soll ich sagen, dieser Arzt nun versteht mich und sieht meine Probleme, die ich nach 5 Wochen immer noch habe. Er hat mir noch Fäden gezogen, die in der Nase geblieben sind (sollen sich selbst auflösen, jedoch hat das bei mir zu Problemen geführt). Ist unangenehm, aber meine Nase fühlt sich endlich etwas besser an. Mein neuer HNO Arzt hat mir endlich (!!!) ein Cortison Nasenspray verschrieben, damit die Schwellungen zurückgehen. Und siehe da, nach über 5 Wochen kriege ich das erste Mal überhaupt Luft!!! Nicht 100%, aber wesentlich besser, als vor dem Cortison.
    Fazit:
    Eine Nasen OP – egal wie umfangreich – sollte sehr gut überlegt sein. Holt Euch lieber zwei oder drei Meinungen von Fachärzten ein. Ich habe festgestellt, dass HNO Ärzte recht „gern“ operieren bzw. Operationen empfehlen. Und ich habe festgestellt, dass HNO Ärzte eine solche OP gern etwas bagatellisieren. Ich bin noch nicht sicher, ob meine OP erfolgreich war und auch nicht, ob es die richtige Entscheidung war. Ich muss sagen, ich habe mich die letzten 5 Wochen ziemlich quälen müssen. Und nein, ich habe mich nicht daran gewöhnt, durch den Mund zu atmen. Denn es ist ja nicht allein damit getan, den Mund zu öffnen und dadurch zu atmen! Man bekommt Halsschmerzen und Husten, ist extrem empfindlich bei kühler/kalter Luft, ist kurzatmig und ich hatte häufig Kopfschmerzen. Das sind die Nebenwirkungen von einer Mundatmung. Das sollte man wissen und sich darauf einstellen. Ich weiß aber auch, dass es jedem Patienten anders ergeht. Der eine kommt besser damit zurecht als der andere. Ich selbst habe z.B. eine schmale, kleine Nase. Das ist, so habe ich inzwischen gelernt, durchaus problematisch. Ich habe mich jahrelang vor einer Nasen OP geängstigt und ich kann jetzt nicht sagen, dass das umsonst war. Im Gegenteil, meine Ängste sind leider eingetreten. Trotzdem bin ich auch stolz auf mich, dass ich es gewagt habe. Und egal, wie das Ergebnis am Ende (also in 10 Monaten) sein wird, ich habe alles versucht, um von meiner Nasenspraysucht wegzukommen. Und ich habe das Loch verschließen lassen. Mehr kann ich nicht tun. Mehr werde ich aber auch nicht tun. Momentan bin ich ziemlich sicher, dass ich keine zweite OP durchführen lassen würde.

    #84390
    Eddy
    Gast

    Hallo Sabine,

    boah, was für ein Beitrag…!

    Ich habe Deine Odyssee (so kann man das Erlebnis wohl ohne Übertreibung bezeichnen) gerade förmlich selbst durchlebt – und mit Dir gelitten. Vielen lieben Dank dafür, dass Du dir Die Arbeit gemacht hast, um das alles so ausführlich zu dokumentieren!

    Die wichtige Erkenntnis aus Deiner Geschichte: auch Ärzte sind nur Menschen. Und da gibt es „solche und solche“. Darum finde ich Deinen Rat absolut wichtig und richtig: man sollte sich immer eine zweite Meinung einholen und sich nicht stumpf auf einen Fachmann verlassen. Wenn ich auf einen Orthopäden gehört hätte, hätte ich meinen Lieblingssport an den Nagel hängen müssen: Laufen. Ein anderer hat mir zu einer Knie-OP geraten. Das habe ich durchgezogen, und ein Jahr danach bin ich wieder Marathon gelaufen… Aber das nur am Rande: es gilt halt für jeden Bereich!

    Ich drücke Dir natürlich feste die Daumen, dass sich Dein Mut auszahlen wird. Hat auch der zweite Arzt gesagt, dass es bis zu 1 Jahr dauern kann, bis alle Schwellungen abgeklungen sind und alles „gut“ ist? Das halte ich für einen seeehr langen Zeitraum… Aber ich kenne mich halt auch nicht damit aus.

    Bleib auf jeden Fall tapfer und sieh es positiv: es kann doch nur besser werden Klingt jetzt ein wenig platt, aber irgendwie ist das doch so.

    LG
    Eddy

    #87273
    Sabine
    Gast

    Nachtrag / ist nicht nur für diejenigen vielleicht interessant, die ein Loch in der Nasenscheidewand haben. Sondern gilt für alle Nasenspray-Abhängigen die über eine Operation nachdenken (Nasenmuschelverkleinerung / Nasenscheidewandbegradigung):

    Es sind mittlerweile fast 5 Monate seit meiner Nasen OP vergangen. Ganz vom Nasenspray weg bin ich leider nicht, da ich nachts weiterhin einmal Nasenspray für Kinder nehmen muss. Warum? Ganz einfach, ich bekomme beim Liegen einfach nicht so viel Luft, dass ich ungestört schlafen kann. Es mag Menschen geben, die auch mit wenig/weniger Luft nachts gut schlafen können. Ich gehöre definitiv nicht dazu. Eingeschränkte Nasenatmung = massiv gestörter Schlaf. Tagsüber bekomme ich überwiegend gut Luft. Eine erste deftige Virusinfektion Anfang Januar habe ich auch „überstanden“. Eine sehr große Herausforderung, denn ich wollte natürlich nicht mehr als notwendig abschwellendes Nasenspray verwenden. Aber es ging nicht ohne. Leider. Bin aber wieder runter auf die Dosis abends einmal einen Hub pro Nasenloch, bevor ich einschlafe. Ansonsten hat es Monatelang gedauert, bis meine Nase halbwegs wieder normal war. Ich konnte nach der OP meine Nase fast 3 Monate lang nicht schnäuzen, weil das wirklich schmerzhaft war. Und meine Nasenspitze ist auch nach fast 5 Monaten weiterhin taub… Hab mich dran gewöhnt, aber es fühlt sich halt komisch an. Mein Fazit nach 5 Monaten: Ich bin nicht sicher, ob der Aufwand und die Qual und die ganzen Mühen das Ergebnis rechtfertigen. Ja, ich muss kein Nasenspray mehr nehmen (außer nachts). Ich bin jedoch noch immer nicht sicher, ob es sich gelohnt hat für mich persönlich. Dass die Ärzte sagen, das Ergebnis sieht (aus medizinischer Sicht) super aus, ist ja nett, aber für mich persönlich relativ irrelevant.

    Also Leute, es ist ein sehr zweischneidiges Schwert, eine solche OP. Fragt mehrere Ärzte, die sich auch Zeit nehmen für Euch und Eure ganz individuellen Voraussetzungen. Bei mir ist es meine sehr kleine Nase. Wobei ich sagen muss, soooo klein ist sie nicht. Also mich hat noch niemand auf meine ach so kleine Nase angesprochen 🙂 Aber es ist eben ein Unterschied, ob man einen großen Zinken sein Eigen nennt, oder eben ein kleines Stupsnäschen. Stupsnäschen können nämlich sehr problematisch werden, weil einfach wenig Platz vorhanden ist.

    In diesem Sinne: Ich wünsche Euch allen viel Glück und vor allem Erfolg bei Euren Nasen-Operationen!!!

    #90045
    Madeleine
    Gast

    Hallo Sabine,
    vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht, bei mir bricht morgen Woche 3 nach der OP eines Septumverschlusses an. Ich hatte ein ca 1cm großes Loch in der Nasenscheidewand welches mich stark belastet hat. Ständige Pfeifgeräusche und Schnupfen. Eine OP war also notwendig, da so eine Septumperforation ja auch mit den Jahren wächst. Die OP hatte ich im Gegensatz zu dir, super überstanden, allerdings wurde mir auch kein Knorpel am Ohr entnommen, sondern meine Nasenscheidewände “aufgefächert”. Die erste Woche nach der OP hat mich die ständig laufende Nase sehr belastet, da ich auch noch die Folien drin behalten musste und das Aubsaugen brachte bei mir leider nur für ca 10 Min Erleichterung, danach war ebenfalls kein Atmen durch die Nase möglich. Am Montag, also nach ca 2 Wochen, wurden mir dann die Folien entfernt, bei mir war das allerdings nicht schmerzhaft und ich war sehr aufgeregt ob alles gut verheilt war. Bis jetzt ist das Loch noch verschlossen, allerdings sagte mein Prof dass er es erst nach ca 3 weiteren Wochen entgültig sagen kann. Nun schaue ich stündlich mit meiner Handytaschenlampe in meine Nase und habe Angst wieder ein Loch vorzufinden. Drückt mir die Daumen, dass alles gut geht 🙂

    #115093
    Sandra
    Gast

    Hallo Sabine,
    Hallo Madeleine,

    danke für die ausführlichen Einblicke in eure Krankheitsgeschichte.

    Ich war fast 10 Jahre lang abhängig von Nasenspray, habe jetzt ein Loch in der Nasenscheidewand und stehe gerade vor der Entscheidung meine Septumperforation operativ verschließen und ggf. die Nasenmuschel anpassen zu lassen. Ich habe bereits Termine mit zwei verschiedenen HNO-Ärzten ausgemacht, die das operieren könnten, um mich beraten zu lassen.

    Allerdings habe ich krasse Angst vor einer OP (ich hatte im meinem ganzen Leben noch keine OP) und dass es mir danach vllt noch schlechter geht als jetzt, denn tagsüber kann ich mit dem Loch ganz gut leben. Aber nachts habe ich das Gefühl nicht genug Luft zu bekommen, muss dann die ganze Nacht durch den Mund atmen und wache morgens immer mit einem trockenen, schmerzenden Hals auf. Die Qualität des Schlafs hat auch nachgelassen und ich bekomme öfter Kopfweh.

    Das Loch wird natürlich mit der Zeit größer und umso eher man es verschließen lässt, umso unkomplizierter ist die OP. Deshalb bin ich gerade in einer totalen Zwickmühle und meine Gedanken kreisen die meiste Zeit nur noch um das eine Thema.

    Darum wollte ich bei euch nachfragen, wie es euch jetzt, viele Monate nach den OPs, geht? Wie könnt ihr tagsüber atmen? Wie ist es nachts? Braucht ihr noch Nasenspray? Habt ihr sonst irgendwelche Einschränkungen?

    Die Ärzte werden mir wahrscheinlich zur OP raten – sie verdienen ja auch dran. Deswegen ist mir eure ehrliche Meinung umso wichtiger.

    Ich würde mich riesig über eine Antwort von euch freuen. 🙂

    Liebe Grüße
    Sandra

    #137626
    anna-vf
    Teilnehmer

    Hallo zusammen,

    ich schreibe diesen Beitrag um jeder/jedem die Angst vor einer Operation und dem nachfolgenden Prozess einer Septumperforation zu nehmen. Ich hatte ein Loch (1cm) in meiner Nase, was vor ca. 2 Monaten in der Notaufnahme des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) festgestellt wurde. Schnell stand fest, dass eine OP anstehen wird. Am OP Tag verlief alles (trotz Pandemie) reibungslos. Ich war in besten Händen. Vor der OP hatte ich große Angst aufgrund der zahlreichen negativen Erfahrungsberichte, die zu diesem wenig verbreiteten Thema kursieren.
    Die OP verlief einigermaßen problemlos. Ich habe eine sehr schmale Nase, eine dünne Nasenscheidewand und auch aus meinem Ohr gab es nicht viel Knopel rauszuholen (ich bin 1.60 und wiege 46 kg… da war das nicht anders zu erwarten). Die Ärzte hier sind allerdings auf eine solche OP spezialisiert und haben das Loch mit ein wenig tricksen schließen können. Doch davon habe ich ein Glück durch die Vollnarkose nichts mitbekommen.
    Der Tag der OP: Nach der OP habe ich erstmal weitergeschlafen. Im Aufwacheaum habe ich direkt ein Eis bekommen. Das kann ich jeder/jedem empfehlen, da bei jeder OP ein Schlauch in den Hals gelegt wird und das spürt man leider, wenn man wieder wach ist in Form von (leichten!!) Halsschmerzen. Meine Nase war auf einem Nasenloch frei und ich habe etwas Luft bekommen können. Man muss dazu sagen, dass ich (nach meiner Einschätzung) noch nie viel Luft zum atmen gebraucht habe. Mir hat das bisschen Luft durch das eine Nasenloch also gereicht. Die Nase tat am Tag der OP nicht weh. Keine blauen Flecke, kein Verband an der Nase, ich sah nur etwas angeschwollen aus und hatte fette Augenringe. So eine OP ist dann halt doch nicht so ganz ohne und eine echte Belastung für den ganzen Körper. Um meinem Kopf hatte ich allerdings einen Druck-Verband, damit die Wunde am Hinterkopf und Ohr gut verheilen konnte. Empfand ich nicht als störend und die Schmerzen waren minimal (4/10). Man muss allerdings dazu sagen, dass ich über den gesamten Krankenhausaufenthalt auf Schmerzmitteln war (3x täglich Ibu600). Das würde ich auch jedem sehr empfehlen. In der ersten Nacht habe ich leider kaum geschlafen. Meine Nase war immer wieder zu. Ganz wichtig: Naseputzen ist ab jetzt tabu! Aber was geht ist die andere Richtung, also hochziehen. Klingt eklig, hat mir aber soooo das Leben erleichtert.
    Tag 1 nach der OP: Morgens war direkt die Visite. Da schaut ein Arzt in die Nasenlöcher und trägt – falls nötig – Kruste ab. Das tut gar nicht weh und ist schnell vorbei. Es wurde nichts abgesaugt und ich hatte nie Tamponaden. Es hieß, mit Tamponaden arbeitet man nicht mehr heutzutage bei dieser Behandlung. Ich habe an diesem Tag ein Antibiotikum für eine Woche verschrieben bekommen. Für die Zeit im Krankenhaus (4 Tage) bekam ich das Antibiotikum in flüssiger Form über meinen Zugang in der Hand. Zuhause dann in Form von Tabletten. Das Antibiotikum half dabei, dass keine Entzündungen und neue Schwellungen in meiner Nase entstehen konnten. In der zweiten Nacht schlief ich schon vielll besser (7 Stunden).
    Tag 2 nach der OP: Wieder morgens zur Visite. Alles sieht gut aus, sagte der Arzt. Ich benutzte jeden Tag 3x Bepanthen Nasensalbe, um die Nase feucht zu halten. Der Arzt war zufrieden, ich auch. Klar, Tagsüber artme ich nun immer durch den Mund und das sicherlich auch noch die nächsten Wochen, bis die Schienen in der Nase rauskommen, doch das ist halt so. Das wusste ich ja schon vorher. Nachts braucht man, bei niedriger Atmung, weniger Sauerstoff. Daher reichte mir das, was durch das eine Nasenloch kam aus. Ich würde trotzdem Hustenbonbons (mit Honig) empfehlen. Falls man dann doch mal mit offenem Mund schläft.

    Wie mein weiterer Verlauf in den nächsten Wochen sein wird, dass weiß ich natürlich noch nicht. Doch ich denke mit den Tagen im Krankenhaus als stationärer Patient und mit der OP habe ich erstmal das schlimmste überstanden. Was ich mit diesem Beitrag zeigen möchte? Es ist nicht immer alles so schlimm, wie es zu Anfang klingt. Jeder einzelne Erfahrungsbericht im Internt war zu dem Thema gleich schrecklich und beängstigend. Mit meinem Beitrag möchte ich Betroffenen die Angst nehmen und zeigen: es kann auch alles gut laufen. Die meisten Erfahrungberichte sind leider nun mal im Internet zu 90% negativ. Denn warum sollte ich über meinen guten Verlauf schreiben? Also setze ich dem entgegen und zeige: der Eingriff ist auszuhalten und nicht ansatzweise so schrecklich gewesen (zumindest bei mir), wie er hier so geschildert wurde. Wichtig ist eben nur: Sei dir bewusst, was ein Eingriff in der Nase bedeutet. Weniger Luft und das auch ganz schön lange. Zudem würde ich einen stationären Aufenthalt sehr empfehlen. Und noch etwas: es gibt die Möglichkeit, diese Behandlung mit einer ästhetischen Chirurgie zu verbringen. Ich hatte das lange überlegt, mich dann aber doch dagegen entschieden, da mich mein Höcker auf den Nase dann eben doch nicht so stört. Es besteht aber eben die Möglichkeit. Ein Nose-Job kostet in DE für gewöhnlich 6.000€ und aufwärts, ich hätte für einen zusätzlichen ästhetischen Eingriff ‚nur‘ 2.000 € draufzahlen müssen. Vielleicht lässt das den ein oder anderen etwas positives an der OP sehen. Denn es gibt auch die Möglichkeit einen Antrag auf Kostenübernahme für diese 2.000€ bei der Krankenkasse zu stellen. Wenn du das schlau angehst, besteht die Wahrscheinlichkeit auf einen free nose-job … just saying 😀
    Also all in all: there are people dying, wie Kris Jenner sagen würfel Und es ist absolut auszuhalten, wenn es eben gut gemacht wurde. Vielleicht schreibe ich hier nochmal ein update rein, wenn etwas mehr Zeit vergangen ist. Die Schienen sollen planmäßig nach 8-10 wochen raus und Fäden werden am Ohr nach einer Woche gezogen, darauf freue ich mich schon. Es sind eben alles kleine Schritte.

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