Ein unkonventioneller Versuch

Nasenspray-Sucht Info Foren Ich will raus aus der Nasenspray-Sucht Ein unkonventioneller Versuch

  • Dieses Thema hat 20 Antworten und 2 Stimmen, und wurde zuletzt aktualisiert vor 7 Jahre, 5 Monaten von yvonnepink.
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  • #19915
    Vessy
    Gast

    Hallo zusammen,
    ich bin Vanessa und 24 Jahre alt. Ich hab vor kurzem dieses Forum über Google und den Laufblog entdeckt, weil ich seit letzter Woche den Entschluss gefasst habe vom Nasenspray loszukommen.

    Anfangen hat es bei mir vor etwa 9 Jahren (ziemlich erschreckend wenn man sich das mal bewusst macht) wahrscheinlich mit einem normalen Schnupfen. Mir war lange nicht bewusst das ich abhängig war und wenn ich ehrlich bin hat es mich auch nicht interessiert. Ich dachte wenn es etwas wirklich schlimmes ist, dann würde es doch verschreibungspflichtig sein. Als ich, vor etwa 2 Jahren, anfing mich mit Wegen aus der Sucht zu beschäftigen wurde mir recht schnell klar dass weder die OP noch der kalte Entzug eine „echte“ Option für mich darstellten. Vor der OP hab ich wahnsinnige Angst weil ich mal erleben durfte wie das mit den Tamponaden in der Nase ist und für den kalten Entzug bin ich wohl zu inkonsequent…Einmal war ich mit meinen Beschwerden beim HNO und der hat mich wieder nach Hause geschickt und gesagt es gibt keine Nasenspraysucht und ich soll doch einfach damit aufhören…Wie unrecht er doch hatte.

    Vor etwa einer Woche habe ich durch Zufall jemanden kennen gelernt die vom Nasenspray losgekommen ist und mich ermutigt hat ihren Weg zu gehen… Sie hatte sich mit Ihrem HNO einen Plan überlegt und der ist für Sie gut aufgegangen. Ihr HNO hat ihr ein Rezept für naphazolinhaltige ölige Nasentropfen gegeben die sie bis zu 6x mal am Tag benutzen darf. Dies hat den Vorteil dass zum einen die Nase über das Öl ausreichend befeuchtet wird und durch das wirklich sehr gering dosierte Naphazolin (Zum Vergleich Nasenspray für Erwachsene enthält 0,1% Wirkstoff, Kinder 0,05%, Säuglinge 0,025% und dieses Rezept nur 0,008%) bekommt man immer ein Minimum an Luft. Das klang für mich vernünftig und nach einem kalkulierbaren Risiko. Natürlich werde ich auch noch zu ihrem HNO gehen und mir mal meine Nase durchleuchten lassen aber ich dachte mir was habe ich zu verlieren, zurück zum Nasenspray kann ich immer und bekannte Allergien habe ich auch nicht. Ich hab keine Ahnung ob dieser Weg zum Erfolg führen wird aber ich würde euch gerne einladen mich auf dem Weg zu begleiten, denn nach den ersten 4 Tagen bin ich echt zufrieden!

    Also bin ich am Montag losgezogen und habe mir diese Nasentropfen anrühren lassen. Gegen 16 Uhr konnte ich sie abholen, 18 € für 100ml (also quasi 10 normale Nasensprays) plus eine kleine Flasche mit Pipette, dagegen kann man nichts sagen. Ich hab dann gewartet bis meine Nase wieder zugehen wollte und dann die Nasentropfen benutzt. In der ersten Stunde hatte ich das Gefühl dass die Tropfen nichts bringen und das Öl meine Nase eher zusätzlich blockiert aber ich wollte Ihnen ja erstmal eine Chance geben. Nach 3 Stunden haben ich dann wieder getropft und tatsächlich öffnete sich die Nase ein wenig sodass ich zumindest Luft bekam. Meine Hoffnung die erste Nacht doch zu überleben stieg! Bis zur Nacht wurde es dann wirklich schon etwas besser und als ich um Mitternacht nochmal tropfte reichte es schon um 3 Stunden zu schlafen und dann nach kurzem nachdosieren auch nochmal 3 Stunden. Damit kann ich fürs erste leben 

    Der Dienstag lief schon etwas besser. Ich hatte erst nach 4 Stunden das Gefühl wieder tropfen zu müssen (weil die Nase komplett dicht war). Der 4 Stunden Rhythmus hat sich dann auch über den Tag fortgesetzt und somit kam ich auf genau 6x tropfen in 24 Stunden. Etwas hat mich am Dienstag aber wirklich erstaunt, mein Körper hat richtig Entzugserscheinungen gezeigt, abwechselnd Hitzewallungen und Schüttelfrost, Schwindel, Kopfschmerzen und sobald die Nase anfing zu zugehen bekam ich sofort Angstbauchschmerzen und Herzklopfen. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet! Die Ersatznasentropfen nahm ich aber immer nur wenn die Nase richtig zu war oder sie vor Trockenheit anfing zu ziepen. An diesem Tag hab ich mir auch eine App heruntergeladen die eigentlich für Raucher konzipiert ist die aufhören wollen und mir die Zeit anzeigt seit der ich kein richtiges Nasenspray genommen habe.

    Der Mittwoch lief unspektakulär von den körperlichen Symptomen sind nur noch die Kopfschmerzen übergeblieben wenn die Nase anfing zu zugehen, aber ich denke das ist normal weil das Sekret aus den Stirnhöhlen nicht mehr so gut abfließen kann und dann für Druck sorgt. Die Einnahmehäufigkeit der Ersatztropfen war so bei 4-5 Stunden und als ich unterwegs war sogar einmal bei 8 Stunden. Ich hab mir dann überlegt eine „Wehen“-App runterzuladen um die Abstände zwischen den Anwendungen besser im Überblick zu haben und um nicht die ganze Zeit zählen zu müssen wie oft hab ich heute schon gesprüht…

    Donnerstag war der Tag an dem ich zum ersten mal so richtig Luft bekommen hab über mehrere Stunden war die Nase richtig frei und ich merke dass meine Nase auf das bisschen Wirkstoff inzwischen schneller anspringt. Am Anfang hat es ne halbe Stunde gedauert bis die Tropfen anfingen die Nase frei zu machen und inzwischen sind es nur noch 10 Minuten. Nachts bin ich aber immer noch auf dem 3 Stunden Rhythmus, liegt wahrscheinlich auch am liegen… Bisher muss ich sagen kommt es mir echt zu einfach vor…Wenn die Nase zu geht nehm ich die Tropfen dann geht die Nase langsam wieder auf, die Nase fühlt sich gut an und die Abstände werden von ganz alleine langsam größer… Ich bin echt gespannt wie es weiter geht und freue mich über jeden der daran Anteil haben will.

    Liebe Grüße
    Vanessa

    #19921
    yvonnepink
    Gast

    Vessy,
    willkommen im Club :D.

    Ich hoffe Du schaffst das auch. Ich persönlich hatte auch schon einmal solch eine Variante vom HNO mit Öligen Tropfen aber bei mir ging das voll nach hinten los, nix mit wirkenden Tropfen die dann die Nase trotsdem frei machen.

    TOI TOI TOI

    #19973
    Eddy
    Gast

    Hallo Vanessa,

    whow – das ist mal eine ausführliche Story: vielen lieben Dank dafür!

    Deinen Weg aus der Sucht hat hier bislang noch niemand aufgezeigt. Insofern bin ich gespannt, ob Du damit eine neue Möglichkeit aufzeigst, die auch für andere ein Vorbild sein kann. Ich hatte von dieser Methode bisher noch nichts gehört oder gelesen, aber ich bin sehr gespannt, wie es Dir weiter ergeht. Bis jetzt klingt es ja jedenfalls total klasse und es macht den Eindruck, dass es klappen wird. Die Daumen sind jedenfalls für Dich gedrückt!

    Dass Du Dir Apps installiert hast, finde ich cool. Ich bin selbst auch so ein „Statistik-Freak“, daher kann ich Deine Motivation dazu gut nachvollziehen 🙂

    Lass gern wieder von Dir hören: wir sind gespannt, wie es weiter geht!

    Liebe Grüße aus Bremen,
    Eddy

    P.S. Dem HNO, der gesagt hat, es gäbe keine Nasenspraysucht, gehört nicht nur die Praxis geschlossen; dem würde ich gern persönlich auch eine saftige Ohrfeige geben! So ein Idiot! 🙁 (sorry)

    #20004
    yvonnepink
    Gast

    Lach Eddy,
    da hast Du sehr recht. Aber solche Ärzte gibts genug und nicht nur im HNO Bereich, ich könnte Bücher schreiben was ich mit Ärzten erlebt hab 😀
    Richtige Volldeppen arogant und frech werden se auch noch.

    #20099
    Vessy
    Gast

    Hallo Eddy, Hallo Yvonne

    Danke für eure Rückmeldung und Unterstützung 

    Am Freitag war es nicht ganz so gut wie am Donnerstag, meine Zeiten pendelten sich so bei 5-6 Stunden ein, was zwar ein Fortschritt gegenüber dem Wochenstart war aber das Gefühl war nicht so gut dabei. Die letzten zwei Stunden waren schon eher nervig, weil ich schlecht Luft bekommen hab aber das gehört nun mal dazu.

    Das restliche Wochenende lief dafür wieder mega gut! Es war ein Pariswochenende geplant und wir sollten gegen 3 uhr Morgens am Samstag los… weil ich auf jeden fall gut schlafen wollte bevor es los ging, hab ich um Mitternacht nochmal getropft obwohl meine Nase noch recht frei war, um richtig zu schlafen aber von da an wurde es richtig gut. Obwohl wir im Auto saßen für 5 Stunden und uns nicht bewegt haben brauchte ich erst nach 7 Stunden wieder Tropfen und als wir dann in Paris unterwegs waren ging es sogar 13 Stunden ohne… Damit hätte ich nie gerechnet nach so kurzer Zeit. Über Nacht bleibt aber der 3 Stunden Rhythmus bestehen.

    Der Sonntag war nochmal besser nach dem Aufstehen war meine Nase noch frei das ist super selten, meistens werde ich von einer verstopften Nase wach…aber jetzt kommt das beste ich brauchte bis Sonntag Nacht beim Schlafengehen keinen einzigen Tropfen… Das waren laut App 16,5 Stunden  Es ist erstaunlich was viel Bewegung und frische Luft alles so können. Ich hatte wirklich erwartet dass meine Nase zu gehen würde sobald wir wieder im Auto nach Hause sitzen würden.. keine Bewegung, warme trockenen Heizungsluft, das sind ja eher ungünstige Faktoren…aber nichts! Ab und zu war mal ein Nasenloch frei und das andere fast zu aber die haben sich immer wieder abgewechselt 😀

    Ich bin seht gespannt wie die Bürowoche nun wieder laufen wird… Vom Gefühl her würde ich erwarten dass es nun wieder kürzere Abstände werden in denen ich die Tropfen brauche aber das wird sich zeigen… und ich werde berichten!

    Worüber ich mir noch Gedanken mache sind die Nächte.. da bleibt der 3-4 Stunden Takt einfach bestehen…Vllt muss ich mal diese Nasenstrips probieren oder etwas mit ätherischen Ölen… aber ich guck erstmal wie diese Nacht wird 

    Liebe Grüße
    Vessy

    #20116
    yvonnepink
    Gast

    Na Vessy das hört sich doch recht gut an.
    Ja Nachts in der Waagerechten hat man halt die grßeren Probleme.
    Weiter so ich hoffe Du scaffst es.

    #20117
    Vessy
    Gast

    Danke wie lieb!
    Ich versuche mir überhaupt keinen Druck zu machen dass es besonders schnell gehen muss… schließlich sind es ja auch schon viele Jahre der Abhängigkeit gewesen. Auch wenn das vielleicht jetzt blöd klingt aber ich muss auch nicht komplett loskommen… nicht falsch verstehen bitte das ist selbstverständlich das Ziel! Aber es wäre auch schon ein unheimlicher Erfolg wenn ich einfach tagsüber keine Tropfen brauche und wenn ich nachts mit den superschwach dosierten Öltropfen über die Runden käme… Im Vergleich zu vorher wäre das ein riesen Schritt und der Rest kommt oder kommt nicht… 🙂
    Heute bin ich auch wieder seit dem aufstehen tropfenfrei (keine öligen und auch keine richtigen natürlich) trotz Büro und Heizung 🙂

    #20122
    yvonnepink
    Gast

    Na das ist doch supi. 😀
    Also besser wärs auf jedern Fll von den starkn weg zu kommen denn dieser Wirkstoff verengt die Venen und auf Dauer ann man wirklich auch die Gesundheit kaputt machen.

    #20124
    yvonnepink
    Gast

    Siehe hier schon paar Jahre alt aber ich kann sowas nur bestätigen, man schadet seinem Körper wirklich extrem , man kann ja im Notfall die Tropfen auch nehmen aber eben nur immer bis zu 5 Tage um niht wieder Suchtgefahr zu haben.

    Nasenspray schädlich?
    23.09.2009, 19:17
    Guten Tag,

    kann es sein, dass Nasenspray (also xylometazolinhydrochlorid oder oxymetazolinhydrochlorid) auch auf die Hämorrhoiden wirkt? Schon bei der früheren Erkältungen entstand dieser Verdacht, dass irgendeins der Medikamente auch „am anderen Ende“ Wirkung entfaltet. Diesmal nach einer Erkältung, bestätigte sich dies durch genaue Beobachtung: unter der Einnahme von Naenspray werden auch die Hämorrhoiden ganz ruhig, gar keine Beschwerden mehr. Dann mit Absetzen des Nasensprays ist alles sofort wieder da und noch schlimmer als vorher – ohne dass es eine andere Erklärung geben würde. Haben Sie ähnliches schon einmal gehört?
    Stichworte: –

    Dr. Schaaf
    Dr. Schaaf
    Med-Ass

    Dabei seit: 18.12.2006
    Beiträge: 4211

    24.09.2009, 09:34
    Re: Nasenspray schädlich?

    Die Substanzen verengen die Gefäße und zwar nicht nur da, wo der Wirkstoff hin gesprüht wird, sondern die Wirkung wird auch im gesamten Körper entfaltet. Damit ließe sich der von Ihnen beobachtete Effekt erklären.

    Dr. Schaaf
    AUSBLENDEN

    #20155
    Eddy
    Verwalter

    Danke auch von meiner Seite für Dein Update! Paris, eine tolle Stadt: da will ich auch irgendwann mal hin…

    Ich denke, dass auch die Beschäftigung dazu beiträgt, weniger über die Nase nachzudenken. Man ist abgelenkt von den vielen Eindrücken und konzentriert sich nicht immer auf die Nase, auch wenn sie mal zu ist. Das wird bestimmt wieder anders, wenn Du wieder im Büro sitzt. Lass Dich davon aber bloß nicht runter ziehen! Alles in allem ist die Entwicklung ja absolut positiv – und das geht sicher auch so weiter!

    LG
    Eddy

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