40 Jahre Unvernunft :)

Dieses Thema enthält 9 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Lisa- Marie Schwarz vor 1 Monat, 1 Woche.

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  • #34431 Antwort

    Jutta Reichel

    Hallo meine Lieben,

    nachdem ich mich eben vorgestellt habe, möchte ich hier nun von mir berichten.

    Es begann vor 40 Jahren, ich hatte damals einen Unfall mit meiner Nase…bin bei einer Fahrt mit dem Autoscooter voll auf´s Lenkrad geknallt und hab mir den Riechkolben verbogen. Aua…. 🙂 Nun alles war schief und krumm und an riechen war nicht mehr zu denken. Ich mußte operiert werden und meine Scheidenwand begradigt werden. Nach dieser OP bekam ich immer noch keine Luft und meine Mutter gab mir Nasentropfen. Oh Wunder, was für ein schönes Gefühl, wenn man wieder richtig atmen kann. Von da an gab es für mich regelmässig Nasentropfen und später als ich dann in meine Ausbildung kam und mein erstes Geld verdiente hab ich mir die immer selbst gekauft.

    Auf die Idee das sie mir schaden würden bin ich früher nicht gekommen. Erst nach 2 Jahrzehnten hat mich jedermann davor gewarnt das die süchtig machen können, doch ich hab alle Warnungen in den Wind geschrieben.
    In der Küche und in der Handtasche hab ich sie gehabt, egal wo ich war, die Nasentropfen waren mein ständiger Begleiter.
    Das kennt ihr ja auch.

    Mittlerweile sind 40 Jahre ins Land gezogen und bis gestern hab ich immer fleissig gesprüht. Mein Mann hat immer gesagt…Mensch hör doch auf damit….aber es war nicht in meinem Kopf…ich hab es nie probiert.

    Nun ist es so das ich im Mai eine schwere Wirbelsäulen-OP habe und ich mit Grauen dran gedacht habe wie das wohl sein wird wenn ich mit dem Tubus im Hals dort liege und wegen meiner eigenen Blödheit nicht richtig atmen kann.
    Ne…das geht garnicht.
    Und so hab ich gestern einfach aufgehört, bzw. mein letztes Nasenspray hatte ich vorgestern Abend um 21 Uhr.
    Und soll ich euch was sagen….ich fühle mich prima.

    Natürlich hab ich mir überlegt wie ich das Ganze angehe.
    Der Entschluß aufzuhören war zwar spontan, doch man kommt ja ans nachdenken wenn man nicht richtig atmen kann und greift nach jedem Strohhalm.
    Erstmal gilt für mich…viel trinken…das ist nicht so einfach weil ich das nicht so gut kann, aber ich zwinge mich dazu….1 Liter ist für mich schon fast ein unüberwindbares Hindernis….aber was sein muss, muss sein.
    Dann nehme ich Meersalzspray…so alle 3 Stunden.
    Es macht die Nase zwar nicht frei, aber es hält anscheinend die Schleimhäute geschmeidig.
    Und zu guter Letzt und für mich am wichtigsten, ab und an ein Tröpfchen Abtei Heilpflanzenöl unter die Nase, das befreit die Atemwege.

    Gestern Morgen und Mittag bekam ich garkeine Luft durch die Nase, alles dicht, aber gestern Abend dann plötzlich ging sie auf und blieb auch ein paar Stunden offen….das war ein Gefühl wie Weihnachten.
    Vor dem Schlafen gehn hab ich nochmal ein bisschen Heilpflanzenöl aufgetragen und hab dann wie ein Baby mit offener Nase durchgeschlafen.
    ich hatte mir zur Vorsicht Mineralwasser ans Bett gestellt weil ich fürchtete das mein Mund austrocknet wenn ich die ganze Nacht durch denselben atmen muss, aber es ging mir prima, ich habe es nicht gebraucht.

    Heute morgen fühle ich mich gut…ausgeruht und fit, den neuen Tag in Angriff zu nehmen. Keinerlei Entzugserscheinungen, meine Nase ist halb offen…d.h. ein Nasenloch ist ein bisschen zu, aber dem werde ich jetzt mit Meersalz auf die Pelle rücken.
    Ansonsten mal sehn wie es weiter geht. Bin positiv drauf, das wird schon.
    Ich werde euch auf dem laufenden halten 🙂

    So das war´s erstmal von mir 🙂

    Liebe Grüße
    Jutta

  • #34435 Antwort

    Eddy

    Hallo Jutta,

    vielen Dank für Deine Geschichte! Ich freue mich für Dich, dass der kalte Entzug bei Dir relativ „stressfrei“ verläuft. Das ist ja leider noch längst keine Selbstverständlichkiet, wie die vielen Beiträge hier zeigen. Auch bei mir selbst war der Ausstieg „härter“. Aber bleiben wir bei Dir:

    Ich drücke feste beide Daumen, damit auch weiterhin keine großen Stolpersteine im Weg liegen und Du den Ausstieg weiterhin so prima hin bekommst, wie bis jetzt. Eigentlich solltest du das schlimmste schon hinter Dir haben. Aber falls doch noch ein Tag kommt, an dem es nicht so gut läuft, dann lass den Mut nicht sinken. Du hast es bald geschafft!!

    LG
    Eddy

  • #34436 Antwort

    Jutta Reichel

    Danke Eddy für deine lieben Worte 🙂

    Naja ich denke ich muss es ganz einfach schaffen und dann schaff ich´s auch. Ich kann mir nicht erlauben schwach zu sein, ich muss das jetzt durchziehen, egal wie. Meine OP kommt und bis dahin muss das Ding im Kasten sein 🙂

    Komisch bei mir muss immer irgendwas passieren damit ich mal wach werde…damit die Vernunft siegt. Wenn ich so sehe wie es die letzten 2 Tage gelaufen ist, dann hätte ich das schon 30 Jahre früher machen können. Oh Mann 🙂
    Nicht auszudenken wieviel Geld und Nerven ich mir gespart hätte 🙂

  • #34441 Antwort

    Jutta Reichel

    Hab eben mal so ein bisschen für mich rumexperimentiert 🙂

    Da ich eine ziemlich trockene Nase habe und die Schleimhaut pflegen möchte weil eine feuchte, gepflegte Schleimhaut schon die halbe Miete beim Entzug ist hab ich mir gedacht das ich mir so ein Öl selbst herstelle.
    Zuvor hatte ich nach Nasenölen gegoogelt, daber die erschienen mir alle zu teuer und dann hätte ich ja noch warten müssen bis es endlich hier bei mir eintrifft…neeee…soviel Geduld hab ich jetzt nicht 🙂
    Also selbstgemacht, aber wie…hm…?

    Ok dachte ich man braucht Öl…ist ja klar….ich hatte nur Rapsöl, aber das ist ja auch gesund und kann nichts schaden.
    Hab also in eine kleine Schüssel 30 ml rein gegeben.
    Was noch? Ahja….Teebaumöl ist auch nicht verkehrt weil es ja entzündungshemmend ist…also noch 7 Tropfen davon dazu….nicht mehr…man will ja nicht übertreiben.
    Nun….irgendwas zum befeuchten wäre nicht schlecht.
    Da fiel mir meine Aloe Vera Pflanze auf dem Fensterbrett ein.
    Ich schnitt 6 von diesen Blätter ab…na wenn schon dann richtig….hab das Gel anschliessend ausgedrückt, alles in meine Schüssel.
    Jetzt noch was zum Nase freimachen.
    Ha….da hab ich doch noch das japanische Heilpflanzenöl, das müßte gehn.
    Aber wiederrum nicht übertreiben, nur Tropfen, höchstens 5.

    So fertig und jetzt mit dem Pürierstab alles kleinpüriert….das gab so eine weissliche Flüssigkeit.

    Testtest….Fingerspitze reingetaucht und die Nase innen damit eingerieben…hui….im selben Augenblick…ich konnte es garnicht glauben…meine Nase war sofort frei…und wie die sich angefühlt hat…einfach unbeschreiblich geil….wie Urlaub 🙂

    Hab alles in kleine braune Glasfläschchen gefüllt die ich noch von meinen Nasentropfen her aufgehoben hatte und nun hab ich meinen eigenen Nasenbuster…lach….das ist voll der Hammer 🙂

    Da ja alles gute Sachen drin sind kann´s ja auch nicht schaden 🙂 Es ist wie mit allem…die Menge macht das Gift.
    Ich benutze es wenn nichts mehr geht…wenn die Nase wieder komplett zu ist.
    Aber ich muß sagen bisher hab ich eigentlich garkein Problem mit dem Entzug, alles easy.

    So…naja ich wollte euch das nur mal erzählen.
    Nachmachen auf eigene Gefahr 😉

    Immer wieder frage ich mich warum ich das nicht früher gemacht habe….da pfeift man sich …also ich mir 40 Jahre so einen schädlichen Kram rein und dabei ist es eigentlich so einfach.

  • #34444 Antwort

    Jutta Reichel

    Um halb 12 hatte ich meinen selbstgemachten Nasenbuster angewendet und jetzt 3 Stunden später ist meine Nase immer noch offen….wow…ich glaube ich habe das Ei des Kolumbus entdeckt…lach 🙂

  • #34459 Antwort

    Jutta Reichel

    Heute ist der vierte Tag…..hab mich am Anfang ein bisschen verzählt, hab ja schon am Abend vorher angefangen aufzuhören, na egal, jedenfalls fühle ich mich super 🙂
    Meine Nase ist größtenteils offen, auch nachts, ich schlafe gut, alles easy.
    Von einem Entzug kann man eigentlich nicht reden, denn ich habe absolut kein Verlangen nach dem Zeugs und denke auch fast garnicht mehr dran.

    Meinen selbstgebrauten Nasenbooster brauche ich nicht mehr…ab und an nehm ich Meersalz, aber auch nur höchstens 2 mal tgl.

    Hätte nie gedacht das es für mich so einfach werden würde. Viel eher dachte ich das wenn man wie ich so lange dieses Zeugs genommen hat, es umso schwerer werden würde. Dem ist erstaunlicher Weise überhaupt nicht so….Gott sei Dank 🙂

  • #34486 Antwort

    Jutta Reichel

    Auch wenn´s keinen interessiert hier noch mal ein kleines Update.
    Fast eine Woche ohne Nasenspray und ich fühle mich gut 🙂 Meine Nase ist zu 90% offen, nur abends vor dem schlafen gehn geht sie mal kurz zu, aber mit Meersalz ist das nicht wirklich ein Thema. Ich schlafe gut und morgens ist meine Nase offen. Von einem richtigen Entzug kann ich beim besten Willen nicht reden, hab absolut kein Verlangen mehr nach diesem Zeug und bin froh das alles so gut funktioniert 🙂

    Ich wünsche allen hier viel Erfolg und Durchhaltevermögen 🙂

  • #35008 Antwort

    Rili

    Hallo Jutta, wow unglaublich was du schreibst. Ich freue mich sehr für dich. Das würde ich mir auch wünschen. Wenn es so einfach wäre hätte ich es schon geschafft. Wie geht’s dir bmittlerweile? Vg

  • #35786 Antwort

    Maja Balthasar

    Hallo Jutta, 40 Jahre?! Das ist echt ne Hausnummer. Ich bin seit 30 Jahren dabei. Bei mir hat alles mit einer Erkältung angefangen.

  • #35860 Antwort

    Lisa- Marie Schwarz

    Hallo Jutta 🙂
    Wahnsinn – deine Geschichte! Ich freue mich total für dich und danke für die Geschichte. Du kannst wirklich stolz auf dich sein.
    Ich bin nun seit 3 Wochen „clean“ und nun plagt mich eine kleine Erkältung, die ich diesmal – ich habe es mir geschworen- ohne Nasenspray bewältigen werde! *Tschakka*
    Aber so oft habe ich bis jetzt gelesen, dass das Heilpflanzenöl vielen geholfen hat – das werde ich mir nachher gleich kaufen – eine sinnvollere Investition als diese kleinen Fläschchen.

    Weiter viel Erfolg- obwohl du es ja bestens geschafft hast! Super 🙂

    Liebe Grüße,

    Lisa

Antwort auf: 40 Jahre Unvernunft :)
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