Ich bin glücklich und stolz!

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  • #81666
    Felipe
    Gast

    Liebe Community!

    Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal in der Rubrik „Ich habe es geschafft – ich bin clean“ diesen Beitrag verfassen würde. Ich bin überglücklich und möchte mit meinem Text hier anderen Mut machen, den gleichen Weg zu gehen wie ich. Deshalb möchte ich kurz meine Geschichte erzählen, den es ist möglich, den Absprung zu schaffen!

    Ich war fast 15 Jahre lang süchtig nach Nasenspray. Ich habe etwa drei bis vier Mal pro Tag gesprüht, wobei ich die letzten paar Jahre für ein Nasenloch (rechts) etwa nur die halbe Dosis verwendet habe. Ein Fläschchen hat bei mir etwa acht bis zehn Tage gehalten. Ich war zwar nie jemand, der mehrere Sprays zuhause hatte, aber ich hatte immer eines dabei. Im Rucksack im Urlaub, in der Arbeitstasche oder im Sakko. Wenn ich es mal vergessen hatte, bin ich schnell zur Apotheke gedüst, um ein neues zu kaufen. Auch das Spielchen mit den verschiedenen Apotheken kannte ich zu gut, könnte ja peinlich werden, wenn man mich da schon kennt. Aber das wisst Ihr ja auch alles …

    Vor exakt fünf Wochen habe ich mich entschieden, einen kalten Entzug zu machen und heute kann ich sagen, ich fühle mich befreit und clean. Natürlich habe ich immer noch Momente, in denen ein Nasenloch mal nicht so frei ist, wie ich es gerne hätte (und wir Junkies sind ja immer an eine perfekt freie Nase gewöhnt), aber das ist nicht schlimm. Meerwasserspray und etwas Salbe kommen jetzt immer noch gelegentlich zum Einsatz …

    Ich möchte Euch gerne berichten, wie der Entzug bei mir lief. Vielleicht kann das ja dem ein oder anderen helfen. Ich möchte gleich vorweg sagen, dass jeder Körper anderes auf Substanzen und den Entzug reagiert. Das hier soll keine Anleitung sein, es so zu machen wie ich, nur meine persönliche Geschichte.

    Tag 1 bis Tag 7: Ich habe das Nasenspray nachts zum letzten Mal genommen. Die erste Woche habe ich morgens je zwei Sprühstöße eines Kortisonsprays links und rechts genommen. Ich kann nicht wirklich sagen, ob das nun zum Erfolg begeitragen hat oder nicht. Aber ich habe es gut vertragen und hatte keine Nebenwirkungen. Die ersten drei Tage habe ich nachts eine Rhinopront-Tablette gemommen, das ließ mich relativ akzeptabel atmen. An den Tagen 4 bis 7 habe ich die Pille dann nachmittags genommen. Das sorgte Abends und in der ersten Nachthälfte für Freiheit. Nach genau einer Woche habe ich Rhinopront abgesetzt.

    Tag 8 bis Tag 10: Bis einschließlich Tag zehn habe ich weiter das Kortison-Spray genommen und es dann ebenfalls abgesetzt.

    Während der ganzen Zeit habe ich etwa vier bis fünf Mal täglich Meerwasserspray reingejagt und morgens, mittags und abends die Augen- und Nasensalbe von Bepanthen reingeschmiert.

    Wie verlief der Entzug?

    Eigentlich recht gut. Die ersten vier bis fünf Tage waren hart, da war die Nase nur wirklich gut frei wenn ich draußen an der kalten, feuchten Luft stramm marschiert bin. Kaum saß ich, war alles ziemlich dicht. Nach etwa sieben Tagen habe ich dann gemerkt, dass sie auch im Sitzen öfters frei war. Das Bedürfnis, Nasenspray zu nehmen, war dann etwa nach 14 Tagen weg. Heute atme ich den ganzen Tag durch eine ziemlich freie Nase. Links ist es manchmal noch leicht angeschwollen, komischerweise wird es abends auf dem Sofa dann ganz frei, obwohl ich da „rumlümmle“. Wenn ich nachts rechts liege, atme ich hundert Prozent frei, wenn ich links liege, geht das linke Loch zu, mal mehr und mal weniger. Ich benutze Nasenpflaster, die sorgen für Befreiung.

    Klar, wenn mal das linke Nasenloch zugeht, denke ich immer noch: „Wäre das jetzt schön, zu sprühen. Ein körperliches Bedürfnis habe ich aber gar nicht mehr. Die meisten Nächte schlafe ich wieder wie ein Baby durch.

    Das Beste ist: Ich denke eigentlich gar nicht mehr an das Spray! Selbst, wenn die Nase mal leicht zu geht, denke ich nur noch: „Blöd, Nase zu, geht ja aber gleich wieder auf“, und so ist es dann auch meistens.

    Jetzt will ich mal sehen, was passiert, wenn ich eine Erkältung bekomme, davor habe ich noch ein bisschen Angst. Aber das kriege ich dann auch irgendwie hin. Jetzt bleibt mir nur noch, allen Leidenden hier im Forum, alles Gute und viel Erfolg bei Eurem Weg zu wünschen!

    Liebe Grüße
    Euer Felipe

    #81667
    Felipe
    Gast

    Und bevor ich es vergesse: Ein ganz herzlicher Dank gilt natürlich Eddy und seinem tollen Forum, ohne das ich das nie geschafft hätte!

    Danke auch allen, die mich hier mit netten Worten unterstützt haben. Ich wünsche Euch nur das Beste!!!!

    F.

    #81674
    Eddy
    Verwalter

    Hallo Felipe,

    ich danke Dir dafür, dass Du Deine Geschichte so ausführlich aufgeschrieben hast, um sie mit der Community zu teilen: großes Kino! Hier lesen jeden Tag über 100 Menschen mit, und ich bin absolut davon überzeugt, dass Dein Beitrag dem einen oder der anderen Mut macht und den nötigen Schubser gibt, um es genau so zu machen, wie Du. Denn Du bist ein Beweis dafür, dass es funktioniert. Also nochmals DANKE.

    Und natürlich meinen herzlichen Glückwunsch zu Start Deines neuen Lebens! Du bist jetzt ein neuer Mensch. Und vor Erkältungen brauchst Du wirklich keine Angst haben – aber das wirst Du selbst feststellen, wenn es mal so weit ist. 😉

    Herzliche Grüße,
    Eddy

    #81686
    Sina
    Gast

    Herzlichen Glückwunsch Felipe und danke für deinen tollen Bericht! 👍🏻😊

    Bezüglich Erkältung ist meine Erfahrung, dass die Nase früher zu „Junkiezeiten“ viel schlimmer ‚zubetoniert‘ war, wenn nur die Wirkung des Sprays nachliess (ohne erkältet zu sein), als sie es jetzt nach erfolgreichem Entzug in Erkältungszeiten ist… Also wie Eddy schon sagte: Keine Angst!

    Weiterhin alles Gute und liebe Grüsse
    Sina

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