Mir reichts! Adiós Nasenspray!

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Dieses Thema enthält 8 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Stephanie vor 8 Monate, 3 Wochen.

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  • #33209 Antwort

    Stephanie

    Hallo zusammen!

    Mir war nicht bewusst, dass Nasenspraysucht solch ein weit verbreitetes Phänomen ist. Erst durch meine Recherche nach möglichen Abhilfetricks ist mir ein Licht aufgegangen… Auf der einen Seite erschreckend wie viele Menschen betroffen sind (klar, wir sind selbst schuld, will ich nicht bestreiten), auf der anderen Seite macht es mir Mut das Problem anzugehen, weil ich weiß, ich bin nicht allein und andere haben es auch geschafft 🙂

    Ich benutze seit einem guten Jahr Nasenspray. Alles fing mit einer ordentlichen Erkältung an. Mein Rachen war damals ebenfalls zugeschwollen, sodass ich auch nicht durch den Mund atmen konnte. Einzigster Ausweg Nasenspray. Das hatte ich bislang immer wieder mal bei Erkältungen angewandt ohne süchtig zu werden. Tja, dieses Mal hat es mich erwischt. Ich sprühte zu Beginn meistens nur nachts vor dem Schlafengehen. Ich hatte damals einen neuen Freund und neige dazu im Schlaf etwas zu röcheln, da auch ich eine krumme Nasenscheidewand habe. Dies war in der Vergangenheit jedoch nie ein Problem. Um ihm nicht das Ohr vollzuschnarchen, griff ich regelmäßig zum Spray vor dem Schlafengehen, schließlich hatte es mir letztens ja so gut geholfen… Neuer Job, neues Büro, Teppichboden… Ich begann ab und an auch tagsüber zu sprühen, da ich in geschlossenen, beheizten Räumen eher zur zunen Nase neige. Und so vollzog sich das Elend die letzten Monate, unbewusst was ich damit eigentlich anrichte.

    Erst als mich Kollegen öfter fragten ob ich erkältet sei und ich bemerkt habe, dass das Nasenspray langsam gar nicht mehr den gewünschten Effekt erzielt, habe ich begriffen, dass ich bereits abhängig bin. Ich nahm ein abschwellendes Spray von Ratiopharm, das meine Nase auf Dauer doch sehr austrocknete. Daraufhin switchte ich zu Nasic, das trocknete weniger aus. Zwischendurch versuchte ich es mit Meerwasserspray, ließ es jedoch recht schnell wieder sein, da es natürlich keinen gleichwertigen Effekt erzielte.

    To cut a long story short: Ich will weg von diesem Zeug, und zwar dauerhaft. Ich habe die Dosierung wieder reduziert und sprühe nur noch abends / nachts und nehme die verstopfte Nase am Tag in Kauf. Ich merke jedoch, dass das Spray auch nachts nicht mehr den Effekt erzielt, den ich mir erhoffe und denke, es ganz wegzulassen macht daher mehr Sinn (es scheint ja eh nichts mehr zu bringen, weil ausgereizt. Zum aggressiveren der beiden Sprays möchte ich nicht mehr greifen). Ich hab eine Heidenangst davor, es nachts ebenfalls sein zu lassen, wobei ich früher meistens im Liegen nur durch ein Loch und durch den Mund atmete. Aber durch diese dämliche Nasenspray Abhängigkeit habe ich komplett verlernt durch den Mund zu atmen. Ich bekomme, wie viele in diesem Forum, Atemnot und Erstickungsangt.

    Ich habe einige Tricks gelesen, da ich aber komplett weg will davon und das Zeug am Besten nie wieder anfassen will, hab ich mich für die radikale Tour entschieden. Das aggressivere Nasenspray landete eben im Müll. Nasic steht noch im Bad, hat aber nur einen minimalen Rest im Fläschchen, den ich als Notfall behalte. Sollte es heute Nacht gar nicht klappen mit dem Schlafen, sprühe ich in ein Loch (mittlerweile reagiert auch nur noch eins auf das Spray).

    Wieso ich das schreibe? Mir haben eure Berichte und Erfahrungen wahnsinnigen Mut gemacht. „Hab Geduld“, „Egal was ist, greif nicht zum Spray!“ „Halte durch!“ Diese Worte habe ich immer wieder in Beiträgen gelesen, in denen Leute ihre Verzweiflung schilderten. Ich möchte daher auch meine Geschichte mit denen teilen, denen es ähnlich geht wie mir und hoffe, ich schaffe es loszukommen, um euch ein positives und ermutigendes Feedback zu geben.

    Tag 1: Letzte Sprühung um 4 Uhr morgens. Aktueller Zwischenstand: Nase zu, das rechte Loch mehr wie das Linke. Ich atme durch den Mund und bin angekotzt ^^ Aggressiveres Spray weggeworfen, Vorgaben kein Neues kaufen zu müssen.

  • #33216 Antwort

    Eddy

    Hallo Stephanie,

    vielen Dank für Deinen Beitrag! Der Einstieg in die Sucht ist ja fast immer der gleiche. Dass bei Dir auch noch die Rücksichtnahme auf den neuen Partner hinzu kommt, der die Nacht neben Dir ohne Störung verbringen soll, ist ein neuer Aspekt – aber genau so nachvollziehbar 😉

    Ich freue mich, dass Dich das Lesen der anderen Beiträge in Deiner Motivation gestärkt hat. Und ich hoffe, dass sie Dir auch dabei helfen können, diese Sache bis zum erfolgreichen Ende durchzuziehen. Motivieren sollen Dich nämlich die vielen Tipps und Erfahrungsberichte. Umsetzen musst Du es dann natürlich selbst. Sei also stark und bleib dran, auch wenn Du in den kommenden Tagen vielleicht manchmal am liebsten den Kopf vor die Wand hauen würdest…

    Du wirst nicht ersticken! Und die Nase wird von allein wieder frei! Wirklich!

    Ich drücke Dir die Daumen. Und ich würde mich über Deine Erfolgsmeldung sehr freuen!

    Liebe Grüße
    Eddy

  • #33217 Antwort

    Stephanie

    Hallo Eddy,

    vielen lieben Dank für deine nette Nachricht. Du hast mit diesem Forum eine ganz wundervolle Plattform geschaffen! Ich bin sehr dankbar darüber gestolpert zu sein.

    Es ist nun Tag 2. Ich habe seit über 30 Stunden nicht mehr gesprüht. Die vergangene Nacht war die erste Nacht seit über 12 Monaten, die ich Sprayfrei verbracht habe und ich bin stolz auf mich. Ich bin zwar immer wieder aufgewacht und fühle mich heute Morgen nicht wirklich erholt, hoffe aber, dass es besser wird. Mein linkes Nasenloch ist frei, blöderweise genau die Seite, die aufgrund der krummen Nasenscheidewand eh weniger Luft als die andere abbekommt, mä -.- Recht ist dicht, hier und da mit kürzeren, lichten Momenten. Ich bleib dran und berichte euch morgen wieder. Bis dahin versuche ich den Alltag normal zu meistern und mich abzulenken.

  • #33222 Antwort

    Stephanie

    Guten Morgen 🙂

    Tag 3 beginnt, fast 60 Stunden ohne Spray. Die zweite Nacht war nicht ganz so hart wie die erste. Die Erstickungsattacken lassen nach, das „Durch den Mund Atmen“ fällt einem leichter. Das Hirn begreift, dass man trotz zuner Nase nicht erstickt. Über den gestrigen Tag wurden die Phasen, in denen auch das rechte, hartnäckige Nasenloch aufging immer länger. Am ersten Tag war dieses noch wie zubetoniert. Die Fortschritte sind klein, aber es wird. Ich bleib weiter dran und halte euch auf dem Laufenden. Zur Erinnerung: Ich habe mich für einen kalten entzug entschieden und nehme momentan auch keine anderen Hilfsmittel, da ich diese 29 Jahre lang auch nicht benötigt habe. In diesen Zustand möchte ich zurück 🙂

  • #33228 Antwort

    Stephanie

    Tag 4 ist nun fast vorbei. Die Phasen, in denen die Nase frei ist, werden immer länger und der Druck in Nasennebenhölen und auf den Ohren lässt nach. So gut konnte ich zuletzt nicht mal MIT Spray atmen. Ich hätte nie erwartet, dass es so schnell bergauf geht. Die letzten drei Nächte hatten es trotzdem in sich. Im Liegen geht die Nase oft noch zu. Ich habe nun auch das andere, mildere Spray entsorgt 🙂

  • #33255 Antwort

    Nika

    Hey Leute 🙂
    Ich habe mir passend zum Neujahr den Vorsatz genommen, mit dem nasenspray aufzuhören. Es sind bereits zwei Jahre, die ich nie ohne das Spray ausgehalten habe. Ohne nasenspray bin ich nirgendwohin gegangen.
    Heute ist der erste Tag ohne nasenspray und ich habe das letzte mal heute morgen welches genommen,einfach aus Gewohnheit. Ich habe wirklich ein wenig Angst vor der Nacht und vor den kommenden Tagen aber ich möchte das schaffen. Einige Beiträge haben mich wahnsinnig motiviert. Ich habe noch Ferien und die ganze Woche nichts vor. Also keine Ausreden, um doch zum Spray zu greifen.
    Ich finde eine nasenspray sucht klingt nicht so attraktiv und sie ist mir oft sogar vor meinem Freund sehr unangenehm. Überall befinden sich bei mir zuhause Taschentücher Packungen, meine Jackentaschen/Handtaschen sind voll mit benutzten und meine Mülleimer könnte ich mehrmals wöchentlich leeren. Zudem nervt mich das Geld, welches Woche für Woche flöten geht.
    Ihr kennt das sicherlich. Ich freue mich auf eine Zeit, UNABHÄNGIG von meinem Spray irgendwohin zu gehen oder einfach mal spontan länger zu bleiben, auch wenn ich mein Spray mal vergessen habe. Zwar fällt es mir kaum noch auf, dass ich so abhängig von meinem nasenspray bin, dennoch wenn ich dran denke ist es doch eine große Last, die ich hinter mir lassen will. An alle, die es geschafft haben: ich beneide euch wirklich sehr und hoffe ich gehöre in wenigen Tagen zu euch!
    Lg Nina

  • #33315 Antwort

    Stephanie

    Hallo Nina,

    Willkommen im Club und zuerst mal herzlichen Glückwunsch zum Entschluss davon loskommen zu wollen. Das ist der erste und wichtigste Schritt 🙂 Ich finde mich in deinen Erzählungen wieder, unzählige verrotzte Taschentücher, vor den Freunden ist es einem unangenehm. Zuletzt hat das Spray bei mir kaum noch den gewünschten Effekt erzielt. Die Nase war ohne Spray teilweise so zugeschwollen, dass das Nasenspray nach dem Sprühen gerade so wieder aus der Nase hinaustropfte.

    Hier ein paar Tipps, die mir geholfen haben (und noch immer helfen) davon loszukommen:

    1. Wirf alle Sprayvorräte weg, sodass du selbst in Phasen der Verzweiflung nicht sprühen kannst.
    2. Trinken trinken trinken. Ich habe meine Wasser und Tee Aufnahme verdoppelt und habe das Gefühl, es hilft die Nasennebenhölen wieder freizumachen.
    3. Beginne den Entzug in einer Woche, in der du frei hast (was du ja getan hast). Man neigt in den ersten Nächten dazu sehr wenig und schlecht zu schlafen. Es ist von Vorteil nicht zur Arbeit oder in die Schule gehen zu müssen, da man den Schlaf so mittags nachholen kann und nicht „funktionieren“ muss. Außerdem muss man so niemandem erklären, was mit der Nase passiert ist und warum man plötzlich nur noch Nasallaute von sich geben kann 😀
    4. Setze dir ein Ziel, zb einen Urlaub der ansteht. Mir hat es geholfen an einen bevorstehenden Urlaub mit Freundinnen zu denken. Den wollte ich unbedingt nasensprayfrei erleben und meine Sucht bis dahin bewältigt haben um den Urlaub unbeschwert genießen zu können. Außerdem lässt sich eine Nasensprayabhängigkeit im Urlaub auf engem Raum ungeschickt verbergen.
    5. Vertraue dich einer Person an, die dich unterstützt und versteht. Hat mir ebenfalls geholfen 🙂
    6. Geduld

    Bei mir sind es nun knapp 2 Wochen ohne Spray. Man muss Geduld haben und die erste Woche ist am Härtesten. Wenig und unregelmäßiger Schlaf, zu Beginn oft Atemnot. Hat man die ersten Tage überstanden, schwindet der Drang zum Fläschchen zu greifen, auch wenn die Nase zu ist. Ich habe in den letzten 2 Wochen gerotzt wie ein Weltmeister. Langsam geht es jedoch wieder. Die Nase ist tagsüber meist frei, vor allem beim Sport, duschen und draußen an der kalten Luft. In beheizten Räumen und im Bett geht eine Seite noch oft zu. Ich denke es braucht einfach Zeit und Geduld, bis sich alles normalisiert. Gebt nicht auf und bleibt hartnäckig. Ihr schafft das! Denkt immer an die Zeit zurück, in der das Spray euren Alltag noch nicht bestimmt hat. War das nicht schön und unbeschwert? 🙂 Viel Erfolg Nina! Berichte wie es dir so ergangen ist die letzten Tage.

    Stephanie

  • #33327 Antwort

    Nina

    Hallo Stephanie 🙂
    Danke für deine ausführliche Antwort!
    Heute ist bei mir Tag fünf vorbei gegangen und ich habe tagsüber überhaupt keine Probleme mit verstopfter Nase. Ich hatte allerdings heute morgen und gestern morgen Nasenbluten, was meine Nase sehr ausgetrocknet hat. Sie hat sich gestern weniger angenehm angefühlt. Seit Tag zwei genoss ich eigentlich eine ziemlich freie Nase. Seit zwei Tagen macht mir nur noch mein rechtes Nasenloch Probleme. Wenn ich abends liege ist dieses Bombenzu. Mein anderes blutet hingegen. Ich weiß nicht was besser sein soll🙈 Jedoch hoffe ich, dass diese kleinen Störungen bald vorüber gehen, weil außer diesen Dingen, habe ich gar nicht mehr zu erzählen. Mir ging es erstaunlich schnell sehr(!) gut und ich hab sehr gut Luft bekommen die Tage. Bis auf die Einzelheiten abends und das Nasenbluten.
    Das schlimmste ist also schon längst überwunden und ich habe absolut kein Bedürfnis mehr zu sprühen!
    LG Nina!

  • #33330 Antwort

    Stephanie

    Hallo Nina.

    Lustig. Bei mir ist es ebenfalls das rechte Nasenloch, das mir noch Probleme bereitet. Im Liegen ist das meistens auch bombenzu. Außerdem läuft die Nase bei mir rechts wie noch was. Ich frag mich wieso… Naja, hauptsach raus mit dem ganzen Kladderadatsch.

    Ich hoffe das Nasenbluten lässt dich bald in Ruhe. Kommt bestimmt von der ausgetrockneten Nasemschleimhaut. Gib allem noch Zeit. Ich bin sicher das legt sich schnell bei dir 🙂

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