Jürgen, sprayer mit Apnoe

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 1 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Eddy vor 1 Jahr, 4 Monate.

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  • #31292 Antwort

    Jürgen

    Hallo,

    ich bin über Umwege auf dieses Forum gestoßen. Ich will meine bisherigen Erfahrungen auch mit Euch teilen.

    Ich leide seit Jahrzehnten unter behinderter Nasenatmung. Erste Polypen OP mit 7 Jahren. Dann als Kind oft Atemwegserkrankungen gehabt, eben öfter erkältet als andere Kinder.

    Nasenspray benutze ich mindestens seit 15 Jahren. Mal mehr mal weniger. Meistens war es nur abends zum einschlafen, damit die Nase frei wird. Teilweise aber auch in Situationen wie z.B. im Kino oder Restaurant, weil da die Nase immer zuging und die Mundatmung störte. Essen mit verstopfter Nase macht keinen Spass weil man nichts schmeckt.

    Vor 5 Jahren beim HNO wurde vorgeschlagen die Nasenscheidewand zu begradigen und die Nasenschwellkörper zu verkleinern um die Nase wenigsten anatomisch wieder hin zu bekommen. OP war gelungen. Nase aber nicht frei. Zu diesem Zeitpunkt bin ich zum ersten mal darauf aufmerksam gemacht worden das tägliches Nasenpray mich nachhaltig schädigt. Mir wurde dann ein Cordisonhaltiges Spray verordnet. Ein Nasenöl hatte ich schon seit der OP.
    Es folgte ein zweiter Eingriff zum verkleinern der Nasenschwellkörper. Ich kann keine genaue Zeit nennen aber ich denke so ca. 3 Monate war ich clean. Dann kam der erste schnupfen…

    Im gleichen Jahr wurde eine Apnoe festgestellt und ein Atemtherapiegerät verordnet.
    Ich muss also mit Atemmaske schlafen. Mir wurde eine Nasenmaske verordnet. Atmen durch die Nase also, das geht nur mit Spray.

    Seit einem halben Jahr nutze ich nur noch ein Kindernasenspray. Es wirkt am Anfang genau so gut hält aber nur vier Stunden die Nase frei. Dann muss ich die Maske entfernen oder eben noch mal sprühen.

    Schlafen mit Atemaussetzern macht einen fertig. Keine Energie mehr, ständig müde. Also sprühe ich, damit ich schlafen kann.

    Vorletzte Woche war bei einem neuen Arzt ( Pneumologe ) mir wurde eine Mund-Nase Maske verordnet. Mit der Maske kam ich aber auch nicht klar. Ich fand in einem Apnoe-Forum den Tipp zum entwöhnen und fing gleich an.

    Seit einer Woche benutze ich ein Kindernasenspray, welches ich zu fünfzig Prozent mit Kochsalzlösung verdünnt habe. Das Spray kommt nur abends ins Linke Nasenloch. Das rechte ist seit dem clean. Zur Pflege benutze ich morgens ein Nasenöl. Vor dem schlafen gehen und vor dem sprühen benutze ich noch eine Nasendusche ( die funktioniert aber auch nur bei freier Nase ).
    Während ich das hier schreibe ist mein linkes Nasenloch dicht, rechts ist frei. Zwar nicht komplett frei wie mit Spray, aber ich muss nicht durch den Mund atmen.

    Keine Ahnung wie lange es dauert bis ich mich traue das Spray links auch abzusetzen, aber ich denke bevor ich ganz aufhöre, werde ich noch mal das Spray weiter verdünnen. Bin gespannt ob ich kpl. vom Spray weg komme und sich meine Schleimhäute in der Nase erholen.

    Wie lange dauert es wohl bis man „geheilt“ ist ? Anatomisch gesehen spricht ja bei mir nichts gegen eine freie Nase.

    Zum Schluss noch was zu meinen Ärzten. Sowohl Hausarzt als auch HNO und meine erstes Schlaflabor wussten das ich regelmäßig Spray benutze. Auf die Idee mit dem Kontrollierten Entzug und eine Aufklärung wie das Spray nach längerem Gebrauch wirkt kam keiner. In der Apotheke wird zwar darauf hingewiesen das man es nur 5 Tage nutzen soll, das war es aber auch. In diesem Fall hätte ich mir wirklich etwas Bevormundung gewünscht.

    So das war es zum Anfang. Ich werde jetzt mal im Forum stöbern, ob ich noch ein paar Tipps finde die mich weiterbringen. Schon mal vorab danke an alle die das hier am laufen halten.

    Gruß Jürgen

  • #31294 Antwort

    yvonnepink

    Hallo Jürgen,

    Du bist ja doppelt gestraft mit der Apnoe noch extra.
    Aber mal was ganz anderes: Hat man Dir vor der OP gesagt das Du NICHT sprühen sollst? Die Schleimhäute sollen geschwollen sein damit man bei der OP ein gutes Ergebnis erziehlt, sonst wird eventuell zu wenig gemacht und es muß nochmal operiert werden.
    Auch ZB nach der OP Brillenträger sollten die Brille so wenig wie möglich tragen und nur locker tragen wenns sein muß.
    Warst Du mal zum Test auf Allergien wie Hausstaub Milben usw? Wenn nicht dann solltest Du das mal testen lassen.
    Was den Entzug betrifft solltest Du Dich mal mit einem HNO kurzschließen, denn man muß immer die Apnoe mit berücksichtigen, schau mal was er Dir rät.
    Ansonsten findest Du hier viele Möglichkeiten die Du ausprobieren könntest.
    Viel Glück!

  • #31295 Antwort

    Jürgen

    Hallo,

    dem HNO hab ich mein Vertrauen entzogen, muss mir erst einen neuen suchen und Termin bekommen, ist aber eine andere Geschichte. Hausstaub Test war auch schon vor Jahren. Habe 3,5 Jahre Hypersensibilisierung hinter mir, Allergikerbettwäsche, alles ohne Erfolg. Reaktion war auch nur minimal. Ich habe nun erst mal im Sommer einen neuen Termin im Schlaflabor und hoffe natürlich bis dahin meine Nase im Griff zu haben, damit hätte ich ein Problem weniger. Wegen meiner Brille wurde ich damals vor der OP nicht aufgeklärt, nun ist es zu spät. Eine weitere Verkleinerung der Nasenschwellkörper kommt wohl nicht mehr in Frage.

  • #31302 Antwort

    Eddy

    Hallo Jürgen,

    vielen dank für Deinen Beitrag! Boah, Du bist ja wirklich echt doppelt gestraft. Das hatte ich bislang auch noch nicht gelesen (oder davon gehört). Es gibt nichts, was es nicht gibt… Krasse Sache!!

    Ich drücke Dir die Daumen, damit auch Du bald den Ausstieg schaffst. Aber ich will ganz offen sein: ich denke, den Entzug mit Kinder-Spray zu versuchen, ist nicht ideal. Dein Körper bekommt ja damit immer noch die Substanzen, nach denen er süchtig ist. Ich denke, dass Du nach Möglichkeiten OHNE Wirkstoffe suchen solltest (auch hier im Forum).

    Anekdote am Rande: als ich mit dem Rauchen aufhören wollte, las ich, dass man es nur schwer schafft, wenn man versucht, den Zigarettenkonsum langsam zu reduzieren. Dann „lechzt“ der Körper umso mehr nach diesen wenigen Zigaretten und man hat den gegenteiligen Effekt…

    Wie gesagt: meine Daumen sind gedrückt und ich wünsche Dir viel Erfolg!!

    Viele Grüße,
    Eddy

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