Hallo, ich bin Elke und hab die Nase voll

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Dieses Thema enthält 3 Antworten und 2 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Eddy vor 2 Jahre, 2 Monate.

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  • #22105 Antwort

    Elke

    Ich hab die Nase voll – im wahrsten Sinne des Wortes.
    Seit ca. 2 Jahren bin ich Nasenspray-süchtig. Seit ca. 3 Jahren schlafe ich mit einem Schlafapnoe-Gerät, da ich massive Atemaussetzer beim Schlafen habe. Mit dem Gerät atme ich durch eine Nasenmaske. Vor ca. 2 Jahren hatte ich eine Erkältung und das Atmen mit Maske war das nicht mehr möglich. Da habe ich angefangen, Nasenspray zu benutzen. Sollte ja nur kurzfristig sein. Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich ohne nicht mehr konnte. Das nervt mich total. Nicht nur, dass ich ständig überall Nasenspray stehen und liegen habe (am Bett, in der Handtasche, im Urlaubsgepäck, auf der Arbeit usw.) und es auch ständig brauche, sondern auch, dass ich fast immer eine trockene Nase mit Krusten und Blut in der Nase habe. Ich komme mir fast vor, wie ein Junkie. Schrecklich!
    Ich rauche nicht, trinke keinen Alkohol und hasse jede Form von Abhängigkeit. Ich will nicht mein Leben von irgend etwas bestimmen lassen. Und jetzt das!
    Das kann SO nicht weiter gehen.
    Seit 3 Tagen versuche ich nun, nach vielem Recherchieren bei „Onkel Google“, die sogenannte 1-Loch-Methode. Sprühe also nur noch Spray in ein Nasenloch und hoffe, dass das Andere sich so langsam regeneriert. Zusätzlich schmiere ich in meine Nase Panthenol-Nasensalbe, um die Krusten zu heilen und das ständig trockene Gefühl gemildert wird. Den totalen bzw. kalten Entzug kann ich nicht machen, weil ich dann mein Schlafapnoe-Gerät nicht benutzen könnte und das gesundheitlich sehr schlecht bzw. gefährlich für mich ist.
    Ich hoffe, dass das mit dieser Methode klappt. Werde gern weiter berichten, welche Erfahrungen ich damit mache.
    Toll, dass ich auf dieses Forum gestoßen bin, wo man viele Gleichgesinnte treffen kann, die die gleichen Probleme haben und wo man sich gegenseitig ermutigen kann und Hilfestellung geben.

  • #22121 Antwort

    Eddy
    Keymaster

    Hallo Elke,

    ich sag mal „Willlkommen im Club“ und Danke für Deine Geschichte. Ich staune immer wieder, was ich durch Dich und die anderen hier im Forum alles lernen kann. Eben noch habe ich von Stefan einen Zusammenhang vom Nasenspray und dem Tauchen gelernt. Und nun lese ich von Dir über die Sache mit dem Schlafapnoe-Gerät. Auch davon habe ich noch nie gehört. Krass! Ist das Gerät dazu da, die Atem-Aussetzer zu reduzieren bzw. zu beseitigen (also Dich zu behandeln)? Oder dient es der Überwachung und Deiner Rettung, wenn Du mal nicht selbst atmest? Was ich meine: musst Du das Ding für immer tragen, oder werden die Aussetzer irgendwann aufhören?

    Zu Deiner Sucht: Du darfst Dich selbst tatsächlich als Junkie bezeichnen. Denn Du bist einer. Sorry, aber so ist das. Aber die Erkenntnis dazu, dass man von diesem Zeug abhängig ist, ist ja auch gleichzeitig schon der erste und wichtigste Schritt dazu, auch wieder davon los zu kommen. Viele Menschen verdrängen diesen Gedanken ja oft jahrelang. Ähnlich wie Gewohnzeitstrinker – aber das ist eine andere Geschichte.

    Es gibt inzwischen mehrere Berichte von verschiedenen Gleichgesinnten, die den Entzug mit der „Ein-Loch-Methode“ geschafft haben. Dein Wille ist stark – und dann packst Du das auch! Ich denke, dass es mit dieser Methode wesentlich länger dauern kann, als z.B. bei dem radikalen Entzug. Aber da ich kein Fachmann bin, empfehle ich Dir zum Schluss noch, einen solchen aufzusuchen, um darüber zu sprechen. Ein HNO kann Dir nach der individuellen Untersuchung evtl. auch Alternativen empfehlen. Außerdem glaube ich, dass es leichter ist, wenn man jemanden hat, der einen auf dem Weg aus der Sucht quasi begleitet. Na, was meinst Du? 😉

    Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen, wünsche Dir viel Kraft und einen eisernen Willen – und hoffe, bald auch von Dir hier ein lautes TSCHAKKA zu vernehmen, wenn Du es geschafft hast.

    LG aus HB
    Eddy

  • #22213 Antwort

    Elke

    Hallo Eddy,
    vielen Dank für die nette Begrüßung.
    Das Schlafapnoe-Gerät trage ich nur nachts beim Schlafen. Ich habe eine Nasenmaske. Es gibt auch sogenannte Fullfacemasken, die über Nase und Mund gehen. Aber damit bekomme ich Platzangst. Mein Mann hat bemerkt, dass ich diese, teilweise relativ lange Atemaussetzer hatte. Im Schlaflabor wurde das dann bestätigt und ich bekam dann dieses Gerät. Durch das Gerät wird mit leichtem Druck Luft in die Atemwege gedrückt. Dadurch schnarcht man auch nicht mehr weil die Atemwege durch den Druck offen gehalten werden und man hat keine Atemaussetzer und keinen Sauerstoffmangel mehr. Das Problem ist ja, dass man durch den ständigen Sauerstoffmangel in der Nacht, tagsüber sehr müde ist, man vermehrt kopfschmerzen haben kann oder hohen Blutdruck bekommt usw. Es gibt sehr viele Menschen, die ständig müde sind oder andere gesundheitliche Probleme haben – aber nicht wissen, dass das evtl. die Ursache ist. Dadurch kommt es oft zum Sekundenschlaf an Tag und zu schweren Autounfällen. Auch LKW-Fahrer sind häufig davon betroffen. Sobald sie mit Schläfapnoe-Gerät schlafen, ist das meistens wieder o.k.

    Nun zu meinen Erfahrungen beim Entzug in den letzten Tagen. Habe also am Samstag, den 25.4. begonnen, nur in das linke Nasenloch zu sprühen. Das klappt eigentlich auch ganz gut. Gestern (Mittwoch) nur 1 x morgens und 1 x abends. Dadurch bekommt man wenigstens durch das eine Nasenloch Luft. Das rechte ist teilweise wie zubetoniert – dann wird es zwischendurch aber auch mal wieder frei. Mal sehen, wie sich das weiter entwickelt.
    Werde weiter berichten.

    Schönen Tag für alle Ex-Junkies und viel Erfolg beim Entzug an alle Noch-Nasenspray-Junkies.

  • #22353 Antwort

    Eddy
    Keymaster

    Danke für die interessanten Hintergrund-Informationen zum Thema Schlafaptnoe. Klingt alles einleuchtend, wenn man das so liest. Aber wie gesagt, hatte ich noch nicht davon gewusst. Was ich jetzt immer noch nicht weiß, aber vermute: das Gerät kann nicht „heilen“, sondern nur verhindern, dass es zu den Aussetzern kommt. Was ich meine ist, dass ich noch nicht kapiert habe, woher dieses Phänomen kommt – und wie man das evtl. beseitigen kann. Ich werde mal googeln – ist ja gerade Wochenende 😉

    Was Deinen Ein-Loch-Entzug betrifft freue ich mich, dass es bislang so gut läuft. An eine „zubetonierte“ Nase kann auch ich mich noch lebhaft erinnern (nach 5 Jahren). Ich wünsche Dir, dass dieser Zustand schon bald der Vergangenheit angehört. Bleib tapfer – ein bißchen wird es noch dauern!

    LG
    Eddy

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